Urlaubslektüre – was lese ich auf Reisen?

Auf dem Blog „Die bunte Christine“ geht es in einer Blogparade gerade um die Frage: Was lesen wir eigentlich, wenn wir unterwegs sind? Ein guter Anlass, Euch mal über meine Urlaubslektüre zu berichten. Manche nutzen ja das Verreisen, um endlich mal in Ruhe ein Buch lesen zu können: auf der Sonnenliege am Strand, im Café bei einem Cappuccino, auf dem Balkon der Ferienwohnung. Hm, da bin ich offenbar anders.

Zu Hause lese ich tatsächlich ziemlich viel: häufig Krimis, Reisereportagen, spannende Romane. Dabei gehöre ich zu den Schnelllesern: 600 Seiten schaffe ich gern mal an drei bis vier (langen) Abenden. Daher halten bei mir Bücherstapel nicht lange vor.

Und wie schaut es auf Reisen aus? Welche Urlaubslektüre landet bei mir im Gepäck? Die Antwort wird dich vielleicht überraschen. Ich nehme nämlich auf Reisen meist gar kein Buch mit. Wie kommt’s? Das erkläre ich dir gern.

Grund Nummer 1: Keine Zeit für Lektüre

Wenn ich durch ein Land reise, organisiere ich oft vieles erst vor Ort. Es geht also einige Zeit dafür drauf, das beste Transportmittel, die günstigste Verbindung, die nächste Unterkunft und die schönsten Sehenswürdigkeiten herauszusuchen. Da bleibt also in der Regel wenig Zeit, um entspannt ein Buch zu lesen.

Abends gehen wir meist irgendwo gemütlich essen und kommen erst spät zurück. In der Unterkunft schreibe ich fast jeden Abend Tagebuch und wir lassen gemeinsam noch mal den Tag Revue passieren. Danach bin ich vor lauter Aktivitäten und Eindrücken meist so müde, dass ich weit vor Mitternacht ins Bett gehe. Lesen bleibt da auf der Strecke.

Grund Nummer 2: Keine Lust auf Lektüre

Tagsüber sind wir meist unterwegs, um uns den Ort und seine Besonderheiten anzusehen. Wenn wir uns mal eine Pause gönnen, beobachte ich am liebsten die Leute, statt meine Nase in ein Buch zu stecken. Das Gleiche gilt für Bus- oder Bahnfahrten. Hier schaue ich mir lieber die vorbeigleitende Landschaft an, als mich mit einem Buch abzulenken. Hinzu kommt: Im Bus wird mir eh schlecht beim Lesen.

Außerdem lasse ich mich auf einer Reise gern komplett auf ein Land ein. Mich lenken dann spannende Geschichten, die oft ganz woanders spielen als da, wo ich gerade bin, eher ab. Lieber genieße ich es, mit allen Sinnen in ein Land einzutauchen statt mich in Fantasiewelten tragen zu lassen. Das ist übrigens auch ein Grund dafür, dass ich ohne Handy reise. Ich bin auf Reisen froh, einmal vom Alltag wegzukommen. Von E-Mails, Facebook-Postings und Messenger-Nachrichten will ich mich da gar nicht erst ablenken lassen.

Grund Nummer 3: Kein Platz für Lektüre

Bücher nehmen viel Platz weg und wiegen schwer. Da ich – wie oben gesagt – eine Schnellleserin bin, würde mir ein Buch für eine mehrwöchige Reise nicht ausreichen. Mehrere Bücher mitzunehmen, wäre also eine ganz schöne Schlepperei. Als ich früher noch allein gereist bin und dadurch etwas mehr Zeit zum Lesen hatte, habe ich gern mal Bücher getauscht. In vielen Hostels gibt es dafür eigene Regale, in denen du neues Lesefutter findest und altes abgeben kannst.

Ich weiß, dass mittlerweile viele mit einem E-Book-Reader reisen, auf den du unzählige Bücher laden kannst, ohne dass du mehr Gewicht mit drin herumträgst. Für mich wäre solch ein Gerät nur wieder ein unnötiges wertvolles Gepäckstück, auf das ich aufpassen müsste, damit es mir nicht wegkommt oder Schaden nimmt. Darauf habe ich im Urlaub keine Lust.

Keine Regel ohne Ausnahme

Es ist nun aber nicht so, dass ich auf Reisen gar nichts zum Lesen dabei habe. Zum einen liebe ich es nach wie vor, einen gedruckten Reiseführer mitzunehmen. In den schaue ich vor Ort auch häufig rein, um mich noch mal über das Land allgemein oder die Möglichkeiten vor Ort zu informieren. Welche Reiseführer ich für welche Region gerne kaufe, habe ich schon einmal in meinem Reiseführer-Beitrag beschrieben.

Auf langen Flügen kann es auch mal langweilig werden. Um die Zeit zu überbrücken, sammle ich in den Monaten vor der Abreise gern Zeitschriften mit viel Text. Wenn ich sie ausgelesen habe, kann ich sie ohne schlechtes Gewissen in den Müll werfen – auch seitenweise, indem ich bereits gelesene Artikel herausreiße und entsorge. So reduziert sich das Gewicht nach und nach, und ich habe meist noch etwas Lektüre, wenn es auf Reisen wirklich mal Pausen gibt, in denen es schön ist, etwas zu lesen dabei zu haben.

Meine Tipps für deine Urlaubslektüre

Obwohl ich selber keine Bücher auf Reisen mitnehme, möchte ich dir aber trotzdem gern zwei Empfehlungen für meine Lieblingsreisebücher mit auf den Weg geben. Und dazu gibt’s  noch eine Warnung …

 Buchtipp: Das große Los

Vor ein paar Jahren gewann die Journalistin Meike Winnemuth eine halbe Million Euro bei „Wer wird Millionär?“ und beschließt, ein Jahr um die Welt zu reisen. 12 Städte hat sich sich ausgesucht, für jeden Monat eine. Toll fand ich, wie ich als Leserin die persönliche Entwicklung von Meike Winnemuth mitverfolgen konnte. Jede Stadt hat sie etwas Neues gelehrt – und am Ende stellt sie fest: Eigentlich hätte sie für diese Reise den Gewinn gar nicht gebraucht. Ein Buch, das Lust macht, sofort die Sachen zu packen und ebenfalls auf Weltreise zu gehen.

 Buchtipp: Mein Weg durch Himmel und Höllen

Anfang des 20. Jahrhunderts reiste die Französin Alexandra David-Néele unter widrigsten Umständen nach Tibet. Sie stößt in verbotene Gebiete vor, die vorher kein Mensch aus Europa je bereist hatte. Sie trotzt Kälte, Hunger, Schmerzen und Diebstählen. Eine echte Abenteuerreise, die heute, da die Welt (fast) komplett erschlossen ist, kaum noch möglich ist. Eine spannende – und wahre – Geschichte über eine mutige Frau im fernen Tibet.

Antibuchtipp: Die Ländersammlerin

Ein Reisebuch, das ich dir überhaupt nicht empfehlen kann, ist „Die Ländersammlerin“. Nina Sedano, die „meistgereiste Frau Deutschlands“, berichtet über ihre Reisen in alle 193 UN-Staaten. Berichten ist allerdings zuviel gesagt. Ihre Reisen sind vielmehr eine reine Aufzählung der Länder, in denen sie gewesen ist – in manchen nur wenige Minuten, um den begehrten Stempel im Pass zu erhalten. Reflektion zu den einzelen Zielen? Null. Stattdessen ein paar Belanglosigkeiten zu jedem Land, denen man anmerkt, dass die Autorin nirgendwo wirklich gewesen ist. Nach der Lektüre habe ich mich geärgert, das Buch gekauft zu haben.

Jetzt bist du dran: Was ist deine Lieblingslektüre auf Reisen? Kannst du ein besonders gutes Buch empfehlen, das du auf Reisen verschlungen hast? Dann her mit deinen Tipps! Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare.

 

 

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8 Kommentare

  • Hallo Sabine,
    vielen Dank für die Information über das Buch „die Ländersammlerin“. Ich habe mir schon öfter überlegt, dieses Buch zu kaufen – nun lasse ich es 😉

    Da ich ganz anders Urlaub mache wie du und wirklich eine Vielleserin bin, MUSS ich immer ein paar Bücher im Handgepäck haben. Ein absolutes MUSS sind für mich die bisher beiden Bücher der Autorin Elisabeth Katz:
    Warrum nicht (wirlich mit doppeltem „r“) – oder, als mein Leben wieder schön wurde, und
    Leidenschaften – oder, alles was ich brauche.
    Ich habe sie schon ein paar Mal gelesen, kann mich immer wieder in ihnen verlieren.

    Ich lese in jeder freien Minute. Ob Bücher oder Blogs und Zeitschriften.

  • Hallo Sabine,

    danke für die „Erinnerung“ an Alexandra David-Néele – das Buch zu ihrer Reise steht schon seit Jahren im Regal und wartet darauf gelesen zu werden. Will do – soon. Und „Das große Los“ – steht in Kürze gleich daneben, als übernächstes Must-read-Buch. 😉

    Liebe Grüße,
    Katrin von kultourbunt

  • Hallo Sabine,
    vielen Dank für die Tipps, ich bin immer auf der Suche nach neuem Lesefutter! Die Bücher werde ich mir gleich besorgen. Und ich stimme dir voll zu: Die Ländersammlerin ist absolut entäuschend.
    Liebe Grüße, Nina
    P.S. ein Buch muss bei mir immer mit auf Reisen – mindestens! Irgendwo quetsche ich das immer noch hinein, auch wenn ich oft gar nicht zum lesen komme…

  • Hallo Sabine,

    vielen Dank für deine Gedanken zu dem Thema und dafür, dass du mich vor einem Fehler bewahrt hast. „Die Ländersammlerin“ stand nämlich bis gerade auf meiner „Will-ich-lesen“-Liste. „Das große Los“ steht übrigens auch schon lange drauf. 😉

    Liebe Grüße und einen schönen Abend,
    Christine

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