Welcher Reiseführer ist der beste?

Bei Reiseführern hat ja jeder so seine Vorlieben. Manche schwören auf Reiseführer aus einem bestimmten Verlag, andere stehen vor jeder Reise erneut ratlos vor dem Bücherregal, wieder andere nehmen gar kein Handbuch mehr auf Reisen, sondern informieren sich nur noch über das Internet.

Ich gebe zu: Ich bin da altmodisch. Ein Reiseführer gehört für mich auf jeder Reise dazu, und ich brauche ihn auch zur Vorbereitung, um mich auf ein Land einzustimmen und schon mal etwas vorzuplanen. Außerdem bin ich treu: Wenn ich einmal etwas gefunden habe, das mir gefällt, dann bleibe ich meist auch dabei – das trifft auf Reiseführer genauso zu wie auf Haarshampoo und Brotaufstrich.

Meine Reiseführer-Favoriten

Natürlich gibt es nicht einen einzigen Verlag, der alles gut kann. Je nach Reiseziel weiß ich aber meist schon genau, wonach ich im Regal meines Buchhändlers suchen muss.

Für Asien

Für Reisen nach Asien ist mein absoluter Favorit der Stefan Loose Verlag. Ich finde die Infos in den Reiseführern ausführlich und fundiert recherchiert. Wenn etwas nicht so toll ist, schreiben das die Autoren auch und loben nicht alles über den grünen Klee. Die vielen Überblickskarten der Regionen sowie die Detailpläne aus den Innenstädten erleichtern das Zurechtfinden vor Ort. Als Individualreisender finde ich es gut, viele Tipps für Unterkünfte, Anreisemöglichkeiten und Ausflüge vor Ort zu bekommen. Auch den allgemeinen Info-Teil über Land und Leute sowie die Reiseinformationen finde ich sehr hilfreich.

Vom Informationsgehalt ähnlich gut wie die Reiseführer von Stefan Loose ist meiner Ansicht nach der Lonely Planet. Allerdings merkt man den Riseführern an, dass sie eher für eine sehr junge Zielgruppe geschrieben sind: Wo finden sich die günstigsten Absteigen? Wo kann ich am besten Party machen? Diese Informationen brauche ich persönlich nicht. Auch auf die Top Ten der gefährlichsten „Mutproben“ kann ich verzichten (wobei ich das Gefühl habe, hier ist Lonely Planet in den letzten Jahren verantwortungsvoller, „erwachsener“ geworden.) Für einige Länder gibt es nur aktuelle Reiseführer von Lonely Planet. Daher habe ich hin und wieder doch darauf zurückgegriffen, auch wenn der Verlag nicht mein Favorit ist. Hinweis für alle, die in Englisch nicht ganz so fit sind: Viele Lonely-Planet-Ausgaben sind nur in Englisch zu haben.

Für Lateinamerika

Auch für Lateinamerika finde ich die Reiseführer aus dem Stefan Loose Verlag aus den oben genannten Gründen gelungen.

Hinzu kommen die Reiseführer von Reise Know-how. Auch diese bieten ausführliche Informationen über das Land sowie über die einzelnen Stationen. Für Unterkünfte gibt es Tipps in verschiedenen Preiskategorien, was mir entgegenkommt, weil ich gern mal günstig und dann auch wieder mal etwas gehobener wohne. Auch in den Reiseführern von Reise Know-how finden sich übersichtliche Karten. Ganz praktisch sind die Post-its vorn im Buch, mit denen man wichtige Seiten markieren kann.

Für Europa

Für Reisen innerhalb Europas gefallen mir die Reiseführer von Michael Müller oder die ausführlichen Handbücher von Dumont am besten. Beide bieten genügend, aber nicht zu viele Hintergrundinformationen zum Land. Die Sightseeing-Tipps für die Städte fand ich immer interessant. Es gibt jeweils ein paar Unterkunftsvorschläge – wobei mir die bei Zielen in Europa nicht so wichtig sind: Entweder habe ich vorgebucht, oder ich suche mir spontan etwas vor Ort im Vorbeifahren – mit dem Auto ist das einfacher, als wenn man zu Fuß und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist.

Für Städtereisen

Auch auf Städtereisen greife ich gern auf Reiseführer von Dumont zurück, meist auf die ausführlicheren mit viel Hintergrundinformationen. Für einen Kurztrip nach Prag probiere ich nun auch mal den kleinen Stadtführer von Dumont aus, der nur das Wichtigste in der Stadt beschreibt.

Mit den ganz kleinen Hefte von Marco Polo oder Polyglott kann ich nicht viel anfangen. Meist werden mir dort die Rubriken Shoppen und Ausgehen zu ausführlich behandelt, und bei den Sehenswürdigkeiten beschränken sich die kleinen Stadtführer oft auf die absoluten Highlights, die ich ohnehin angesteuert hätte.

Welche Reiseführer wählst du bei deinen Reisen aus? Hast du auch einen Lieblingsverlag – oder entscheidest du dich jedes Mal neu? Ich bin gespannt auf deine Kommentare!

 

 

12 Kommentare

  • Hey Sabine,

    bei uns sind die gedruckten Reiseführer fast kompl. ausgestorben. Ausnahme ist ein Zufallstreffer aus em Grabbeltisch im Buchladen. An dem kann ich einfach nicht vorbeigehen. Ansonsten ist es bei uns das Web welches uns die Reiselandinfos liefert. Die meisten Ideen & Tipps für unsere Touren ziehen wir aus Blogs. Der Rest ergibt sich dann Vor-Ort. Eigentlich wollen wir die Welt ja auch selber entdecken.
    Reiseführer mit Aufrducken „Die besten …“ & „Insider Tipps“ lassen wir direkt liegen.

    Gruße

    Vasco

    • Das lese ich immer wieder, Vasco. Für mich zeigen Blogbeiträge eher Schlaglichter/Highlights einer Region. Aber ob es zwischen den zwei beschriebenen Zielen in einem Land vielleicht noch ein drittes gibt, das einen Zwischenstopp lohnt, erfahre ich selten. Auch Infos zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Straßenkarten, Unterkünften etc. sind in Blogs selten zu finden. Klar kann man das alles im Internet recherchieren. Aber es ist natürlich viel aufwendiger, viele Blogs nach passenden Infos zu durchsuchen als alles komprimiert in einem Buch zu haben.

  • Hallo Sabine,

    ein hilfreicher Artikel! Wir scheinen da recht ähnliche Ansichten zu haben, im Gegensatz zu Dir ziehe ich aber den Lonely Planet dem Loose meistens vor. Du hattest ja bekrittelt, daß der LP zu sehr auf junge „erlebnishungrige“ Traveller abzielt, mir ist das bislang (außer den Top-Listen) nicht aufgefallen, die Informationsdichte und vor allem die Karten schlagen den Loose in meinen Augen immer noch.

    Michael Müller ist allerdings wirklich großartig, von denen hab ich schon 3x welche für europäische Ziele genutzt und da haben sie alle anderen geschlagen.

    Grüße
    Christian

  • Ich reise auch noch mit Reiseführern! Mein absoluter Favorit sind die Reise Know-How, da schaue ich auch immer als erstes 🙂 Da sind echt immer alle Orte aufgelistet, auch die noch so kleinen, und bisher wurde ich noch nie enttäuscht!

  • Ich bin seit ca. zwei Jahren auf Reiseführer in E-Book-Formaten umgestiegen. Auch wenn ich das Buchgefühl über alles Liebe – unsere Wohnung bietet dann doch nicht so viel Platz, um alle einzeln aufzubewahren. Und ein schneller Blick ins Handy oder im Café aufs Tablet enttarnen einen vor Taschendieben dann vielleicht nicht ganz so schnell als Tourist, wie ein Reiseführer im Buchformat. Bisher habe ich mit Lonely Planet die besten Erfahrungen gemacht. Mir ist ein praktischer und logischer Aufbau sehr wichtig und da ist LP einfach unschlagbar. Und in der elektronischen Version kann man mit einem Klick zur Karte Wechseln, wenn man mal was ganz Bestimmtes sucht.

    • Da ich kein Handy oder Tablet mit auf Reisen nehme, kommen E-Books für mich nicht infrage. Außerdem bin ich noch immer ein Buchfan: Reiseführer passen bei mir immer ins Regal (da werfe ich lieber noch einen Roman raus, den ich schon zweimal gelesen habe 😉 )

  • Da sind ja jede Menge Reiseführer zusammengekommen. Das wiegt einiges und ist auch teuer. Ich sammle seit vielen Jahren Zeitungsausschnitte mit Berichten über alle möglichen Reiseziele. Damit habe ich die meisten Reisen grob geplant. Ansonsten bekommt man vor Ort weitere Hinweise über Ziele, die man ansteuern sollte. Das funktioniert ganz gut. Ergänzend kann man sich heutzutage den ein oder anderen Geheimtipp von den Bloggern holen, die alle rege ihre tollen Erlebnisse niederschreiben. Für uns ist das der beste Weg, eine interessante Reise zusammenzustellen.

    • Ich nehme ja nicht immer alle Reiseführer mit auf Reise 😉 Einer, maximal zwei landen im Gepäck. Zeitungs- und Blogberichte sind eine gute Ergänzung für Sehenswürdigkeiten, die eventuell nicht im Reiseführer stehen – aber was die praktischen Informationen (Unterkünfte etc.) angeht, ist ein Reiseführer für mich noch immer unverzichtbar.

  • Hi Sabine,

    ich hol mir auch immer Reiseführer in Papierform für die Vorbereitung – und nehme meistens auch einige davon mit auf die Reise, vor allem bei Roadtrips. Das hängt aber auch damit zusammen, dass ich meine Reisen eigentlich nie wirklich plane und daher immer vor Ort gucken muss, was ich jetzt eigentlich machen will.

    Bei mir landet immer zuerst der Lonely Planet im Einkaufswagen, egal wohin es geht. In anderen Reiseführern geht es mir oft zu viel um Hotels, Restaurants und Standard-Sehenswürdigkeiten. Im LP finde ich meistens schon ziemlich viel von dem, was ich suche (auch z.B. je nach Reiseziel viele Infos zum Wandern und anderem Outdoor-Krams).

    Zudem finde ich auch diese „Gebrauchsanweisung für XYZ“ vom Piper Verlag super für das langsame Herantasten an ein Reiseziel. Alle Bücher, die ich aus dieser Reihe bisher gelesen habe, waren toll geschrieben und gefüllt mit Infos über Land & Leute, die in keinem normalen Reiseführer stehen. Zum Beispiel, dass man beim Trailmix in Alaska (einer Art Studentenfutter mit M&Ms usw.) nicht die Zutaten einzeln essen, sondern einfach beherzt mit der Hand reingreifen soll. 😀 Und es stimmt!!! Ohne das Buch hätte ich garantiert zuerst die M&Ms alleine gegessen und dann wär der Rest doof gewesen…)

    Viele Grüße
    Kathrin

    • Ha, ein Blick in mein Bücherregal zeigt: „Gebrauchsanweisung für XYZ“ habe ich auch schon mal gekauft 🙂 Das ist nett zu lesen, stimmt. Praktische Informationen zu Unterkünften, Transport etc. sucht man da allerdings vergebens. Und die habe ich ganz gern, weil ich, genau wie du, viel erst vor Ort plane (und dann doch wieder über den Haufen werfe …).

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