Allein reisen oder Gruppenreise?

Allein, zu zweit oder in der Gruppe reisen? Das fragt derzeit Robin von Travel Forever in seiner Blogparade. Meine Antwort kannst du schon in vielen meiner Berichte entdecken, in denen oft von „wir“ die Rede ist. Ja, ich reise meist zu zweit – auch wenn das nicht immer so war.

Allein reisen

Zu Zeiten, in denen ich noch Single war, bin ich oft allein gereist. Dass gerade kein passender Reisepartner zur Verfügung stand, war kein Grund für mich, auf das Reisen zu verzichten. Meine „One-Woman-Trips“ führten mich zum Beispiel

  • nach Norwegen: drei Wochen mit dem eigenen Auto und in Hostels – das Fahren war anstrengend, aber das Land ein Traum.
  • auf Madeira: Hotel und zwei geführte Wanderungen in einer kleinen Gruppe inklusive – perfekte Kombination.
  • auf die Kanaren: Ferienhaus und Mietwagen – im Flieger lernte ich mehrere Leute kennen, mit denen ich vor Ort Wanderungen unternommen habe.
  • in die Toskana: Rundreise mit dem eigenen Auto oder dem Mietwagen – weil ich dort mal drei Monate gelebt habe war das wie Nachhausekommen.
  • nach Thailand: nur Flug gebucht, den Rest vor Ort organisiert – alles völlig problemlos, auch als Frau.
  • nach Wales: mit dem eigenen Auto oder dem Mietwagen – meistens war ich Freunde besuchen.
  • nach Kuba: erst Sprachkurs, dann vier Wochen mit Bussen und in privaten Unterkünften durchs Land gereist – ebenfalls völlig easy.

Ich mag das Alleinreisen, weil ich mich mit niemandem darüber abstimmen muss, was ich gerade machen möchte. Ich habe auch niemals Freunde gefragt, ob sie mit mir fahren wollten, weil mir das Risiko zu groß war, dass es zwischen uns auf Reisen nicht klappen könnte.

Und mal ganz ehrlich: In den meisten Ländern reist man ohnehin nie ganz allein. In Havanna zum Beispiel hatte ich erst meine Mitschüler vom Sprachkurs um mich, später bin ich immer mal für ein paar Tage mit dem einen oder anderen Reisenden eine Strecke zusammen gereist, bis sich unsere Wege wieder getrennt haben. In Thailand habe ich einen Tauchkurs besucht und dort viele Leute kennengelernt. Und für Ausflüge in entlegenere Gebiete habe ich vor Ort Touren gebucht, auf denen wiederum andere Reisende mitfuhren. Das Risiko zu vereinsamen ist beim Alleinreisen meiner Ansicht nach gering. Aber wenn ich Ruhe brauchte, konnte ich sie mir auch nehmen.

Zu zweit reisen

Seit über zwölf Jahren habe ich das Glück, einen Lebenspartner an meiner Seite zu haben, der genauso reiseversessen ist wie ich (wobei ich ihn mit meinem Reisefieber erst anstecken musste). Seit wir uns kennen, reisen wir fast immer zusammen. Dabei ergänzen wir uns ideal: Wir haben beide die gleichen Interessen (lieber Natur als Stadt, lieber wandern als am Strand liegen, beide legen wir beim Reisen keinen großen Wert auf Komfort) und können uns immer recht schnell auf ein Reiseziel und Aktivitäten vor Ort einigen.

Ich finde das Reisen zu zweit genauso gut wie allein – und es bietet noch ein paar schöne Extras: Wenn mal etwas nicht so gut läuft, können wir es zu zweit regeln. Ich habe immer jemanden zum gemeinsam Freuen. Bei langen Autofahrten – wie zum Beispiel in Namibia – können wir uns abwechseln. Und Fotos von mir selber bekomme ich auch mehr, seit ich zu zweit unterwegs bin ;-) (dem einen oder anderen sind vielleicht in den Beiträgen schon die Fotonachweise von Jochen Hafner aufgefallen).

Der Nachteil am Reisen zu zweit: Man lernt nicht mehr so schnell andere Leute kennen. Meist genügt man sich als Paar und hat – im Gegensatz zum Alleinreisenden – gar nicht das Bedürfnis, viel Zeit mit anderen zu verbringen.

In der Gruppe reisen

In organisierten Gruppen zu reisen hat mich noch nie gereizt. Ich gebe zu: Ich reagiere extrem allergisch auf Leute, die mir auf den Keks gehen. Und leider hat man ja bei Gruppen, die man nicht kennt, oft das Pech, dass es immer irgendjemanden gibt, den man nicht leiden kann. Und mit Menschen, die mir die gute Laune verderben, möchte ich meine Zeit nicht verbringen. Daher habe ich organisierte Gruppenreisen schon immer gemieden.

Was ich allerdings mache: Ich buche kleine Ausflüge für einen oder mehrere Tage in Reisebüros vor Ort. Meist sind wir dann auch in einer Gruppe unterwegs (wobei wir schon oft das Glück hatten, die beiden Einzigen in der Gruppe zu sein), aber das ja nur für eine begrenzte Zeit. Wenn in solchen Gruppen nervige Menschen dabei sind, bin ich sie zumindest nach einigen Tagen wieder los.

Wie schaut es bei dir aus: Allein, zu zweit oder in der Gruppe – wie verreist du am liebsten? Ich freue mich auf deine Kommentare!

 

 

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7 Kommentare

  • Pingback: 22 Blogger verraten, wie sie am liebsten verreisen" (Blogparade)
  • Liebe Sabine, es ist so, wie du es schreibst … alles hat Vor- und Nachteile. Und selbst innerhalb der Unterteilungen Einzel, Paar, Gruppe, lassen sich noch reichlich Unterschiede finden.
    Mit meiner privaten „Gruppe“ zu reisen, finde ich oft sehr anstrengend, da wir, obwohl nur 4 Menschen, extrem unterschiedliche Erwartungen an Reisen haben. Da bleibt oft nicht viel Gemeinsames, dafür jede Menge Kompromisse. ;-)
    Aber bei meinen Skireisen mit bis zu 50 Leuten war es immer toll! Das Skifahren ist ja schon die große Gemeinsamkeit und den paar Seltsamen kann frau auch in der Gruppe aus dem Weg gehen. Ich habe bei meinen Gruppenreisen Freunde für’s Leben gefunden! :-)

    • Liebe Karin, das stimmt: Bei so einer großen Gruppe ist es in der Tat einfacher, sich aus dem Weg zu gehen, denn dann fällt es weniger auf, wenn man sich – allein oder mit anderen netten Leuten – auch mal etwas absondert. Also: Jedem das Seine!

  • Hallo Sabine,

    jeder Mensch hat andere Ansprüche an seinen Urlaub, an seine Begleitung und das wozu ihm der Trip dienen soll und so gibt es kein generelles richtig oder falsch bei der Wahl der Reiseform. So wie du es für dich ja eigentlich auch beschrieben hast. Ich denke aber sehr wohl, dass man sich etwas entgehen lässt, wenn man sich auf das Ein oder Andere grundsätzlich festlegt und es nicht wenigstens 1x probiert hat.
    Ich nutze die Vorzüge, welche die verschiedenen Reisetypen zu bieten haben. Ich gehe auf Bildungsreise in der Gruppe, roadtrippe mit dem besten Kumpel die Küste entlang und backpacke auch mal alleine durch die Welt.

    Soweit von mir.

    Sonnige Grüße Marlene

    • Ist doch super, dass du aus allen Reiseformen was mitnehmen kannst! Mir reichen einfach die Kurz-Gruppenreisen und die Erzählungen einiger Freunde, was auf deren Gruppenreisen so passiert, um zu entscheiden, dass ich für Gruppenreisen definitiv nicht gemacht bin. Aber wie du schon richtig sagtest: Jedem Tierchen sein Pläsierchen ;-)

  • Zitat: „(lieber Natur als Stadt, lieber wandern als am Strand liegen, beide legen wir beim Reisen keinen großen Wert auf Komfort)“ – da liegen wir ganz auf Deiner Wellenlänge. Ich habe das Glück, von Anfang an mit meinem Mann reisen zu dürfen. Seit wir uns kennengelernt haben, erkunden wir die Welt. Es ist wirklich sehr schwer, Mitreisende zu finden, die die gleichen Interessen haben. Auch uns ist schon so manche Fahrt vermiest worden, weil bei Gruppenfahrten meist Leute dabei sind, die querschießen. Es kam jedoch auch schon vor, dass sich alle bestens verstanden. Dann macht solche eine Fahrt auch Spaß und man kann sich austauschen.

    • Sicher kann man auch Glück haben mit seiner Gruppe – aber leider hat man darauf ja, im Gegensatz zum selbstgewählten Reisepartner, keinen Einfluss. Und die Chance, eine gute oder eine doofe Gruppe zu bekommen ist eben doch 50:50 – mir persönlich ein zu großes Risiko für einen ganzen Urlaub.

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