Corona-Blogpause – und was passiert jetzt?

Bank am Ufer eines Sees

Treue Leser werden vielleicht bemerkt haben, dass mein letzter Beitrag auf diesem Blog Ende Februar erschienen ist. Kurz darauf begann der Corona-Lockdown: Reisen war nicht mehr möglich, kein Mensch interessierte sich mehr für Reisetipps und -geschichten aus aller Welt. Das machte sich schnell an den Leserzahlen bemerkbar: Hatte mein Blog im Januar 2020 noch über 30.000 Besucher, waren es im März nur noch gut 11.000, im April weniger als 5000.

Keine Lust mehr zum Bloggen

Meine Motivation, weitere Reiseberichte zu schreiben, ging genauso nach unten wie die Leserstatistik. Wozu die Mühe, wenn sich eh nur pro Tag wenige Besucher auf den Blog verirren? Daher entschloss ich mich zu einer Pause. Sie wurde zur längsten Pause, die mein Blog Ferngeweht je erlebt hat. Seit meinem Blogstart im September 2014 habe ich wöchentlich ein bis zwei Blogbeiträge veröffentlicht. Einmal gab es in den Sommerferien, als ich selber unterwegs war, drei Wochen lang nichts zu lesen. Ansonsten bin ich mir meinem Anspruch, meinen Lesern regelmäßig neue Beiträge zu liefern, stets treu geblieben. Aber was ist schon normal in diesen Zeiten?

Liegebank in den Weinbergen

Das Gute ist: Ich muss von meinem Blog nicht leben. Ich verdiene mein Geld als freie Journalistin und PR-Texterin. Der Blog macht nur einen winzigen Teil meiner Einnahmen aus. Also hat mich finanziell der Einbruch bei den Blogeinnahmen wenig berührt.

Trotzdem haben mich die Leserzahlen natürlich traurig gestimmt. So wenige Leser hatte ich das letzte Mal Ende 2016, als mein Blog gerade mal zwei Jahre alt war. Vielen anderen Reisebloggern ging es ähnlich, wenn sie auf ihrem Blog, wie ich, nur über Reisen berichtet haben. Nur um mehr Leser zu bekommen, wollte ich aber nun nicht plötzlich zum Foodblogger oder Lifestyleblogger werden und über Rezepte und Tipps für eine schöne Zeit zu Hause schreiben. Ferngeweht ist ein Reiseblog, und das soll er auch bleiben.

Reisen abgesagt

Was habe ich also in den letzten Wochen gemacht? Reisen war ja nicht möglich. Schweren Herzens haben wir unsere Wales-Reise in den Osterferien abgesagt. Darauf hatte ich mich besonders gefreut, weil wir dort Freunde treffen wollten, die ich seit Jahren nicht gesehen habe. Anfang März war ich noch guter Hoffnung gewesen, dass wir am 4. April nach Wales reisen würden. Kurz darauf kam die weltweite Reisewarnung heraus, und alle Reisepläne wurden zunichte gemacht.

Eingewachsene Bank im Wald

Stattdessen haben wir anfangs noch viele Wanderungen in die nähere Umgebung gemacht. Als allerdings das Motto “Stay at home” immer dringlicher wurde, haben wir auch die Wanderausflüge eingestellt und haben uns auf Spaziergänge im Wald direkt vor unserer Haustür beschränkt. Der ist glücklicherweise groß genug, dass uns nie langweilig wurde. Allerdings kenne ich nun auch jeden Baum und Strauch mit Vornamen … Anderen ging es offenbar ähnlich wie uns, denn “unser” Wald wurde von Woche zu Woche voller. Selbst auf kleinen Wegen trafen wir andere Spaziergänger und mussten ihnen umständlich aus dem Weg gehen, um die erforderliche Distanz zu wahren.

Beruflich viel zu tun

Beruflich hatte ich weiterhin gut zu tun. Meine Kunden kommen zum Glück nicht aus kritischen Branchen, sodass keine Aufträge weggefallen sind. Das ging und geht anderen Freiberuflern, die im Reise- und Tourismusbereich oder auch für Veranstaltungen tätig sind, ganz anders. Ich drücke ihnen die Daumen, dass es für sie bald wieder aufwärts geht.

Nun, da die Einschränkungen immer mehr gelockert werden und das Reisen – wenn auch unter strengen Auflagen – wahrscheinlich bald wieder möglich sein wird, kommt langsam meine Lust auf den Blog zurück. Ich werde dir in der nächsten Zeit ein paar der Wanderungen vorstellen, die wir in den vergangenen Wochen unternommen haben. Auch ein Kurztrip nach Belgien über Karneval wartet noch darauf, verbloggt zu werden.

Bank im Wald am Wegesrand

Reisepläne 2020?

Wohin es im Sommer und Herbst gehen wird, kann ich jetzt noch gar nicht sagen. Eigentlich hatten wir erneut eine Reise nach Sri Lanka geplant (nachdem diese schon im letzten Jahr wegen der Anschläge ausgefallen war). Den gebuchten Flug habe ich letzte Woche storniert, das ging zum Glück kostenlos – traurig ist es trotzdem. Mal schauen, wann wir das Geld zurückbekommen. In einen Flieger werde ich dieses Jahr sicherlich nicht mehr steigen. Das Risiko, irgendwo festzuhängen, wenn sich die Situation wieder verschlechtert, will ich nicht eingehen. Falls wir im Sommer wegfahren, wird es eher ganz spontan mit dem Auto sein, je nachdem, wie sich die Lage in Deutschland und den Nachbarländern entwickelt.

So sieht es also derzeit bei mir aus. Wie hast du die letzten Wochen verbracht? Welche Pläne hast du für die nächsten Wochen? Denkst du schon wieder ans Reisen, oder hast du alle Reisepläne für dieses Jahr erstmal auf Eis gelegt?

Ich würde mich freuen, von dir zu in den Kommentaren lesen, wie du den Lockdown erlebt hast. Vielleicht lesen ja doch noch ein paar liebe Leser meinen Blog und haben Lust auf Austausch …?

Mit diesem Beitrag nehme ich übrigens an der Blogparade von MyTravel-Magazin “Was machen Reiseblogger während der Coronazeit?” teil.

 

 

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8 Kommentare

  • Liebe Sabine,
    und noch eine Leserin :-), die immer mal wieder bei dir reinguckt :-)
    Mir geht es ähnlich wie euch, wir erkunden unsere nähere Umgebung neu. Zu Fuß und per Fiets. Der Geoparkt rund um Osnabrück bietet etliche Routen für beide Fortbewegungsmittel und wir kennen uns drum herum halbwegs genügend aus, um auch mal abseits dieser Routen “auszubüchsen”. Mal gucken, wie es in den nächsten Wochen wird.
    Eigentlich war im Mai eine Reise nach Andalusien geplant, fiel natürlich ins Wasser. Wir gucken auf Sicht und hoffen mal auf eine Autotour in die Niederlande oder Belgien, an der französisch-deutschen Grenze entlang oder so. Lieber nicht per Bahn oder Flieger und eher ein paar Masken mehr einpacken.
    Bleibt gesund!
    Liebe Grüße
    Silke

    • Liebe Silke, schön, dass du auch weiterhin dabei bist! Dann werde ich mal zusehen, dass ich den geplanten Belgien-Artikel baldmöglichst angehe …

  • Liebe Sabine,
    auch ich lese Deinen Blog weiterhin. Wie Astrid schon schrieb, aktuell muss das Vom-Reisen-Träumen umso mehr herhalten, da sind Deine verführerischen Bilder und Texte genau das richtige Stimulusmaterial. Sarah und ich planen weiterhin unsere Reise nach Japan im Oktober. Das ist meine Traumreise und ich wäre sehr enttäuscht, wenn die unter die Corona-Räder kommt. Aber leider ist das nicht völlig ausgeschlossen. Also Daumen drücken! Freue mich auf Deinen Bericht über Euren Belgienkurztrip – habe gerade das dunkle Leffe-Bier für mich entdeckt ;)
    Liebe Grüße, Christian

    • Lieber Christian, ich drücke Euch ganz fest die Daumen, dass es im Oktober noch mit Japan klappt! Man darf die Hoffnung ja nicht aufgeben. Alles Liebe und bleibt gesund!

  • Guten Morgen Sabine,
    auch ich lese noch und das ist gut so. Ich bin seit 7 Wochen gemischt in Kurzarbeit und Mobil Work. Es ist manchmal nicht so einfach aber man schaut doch die Zeit sinnvoll zu verbringen. Finnland und Norwegen sind dieses Jahr vom Plan. Waren für vier Tage In Konstanz am Bodensee un einen Tag in Freiburg. Das Wetter war etwas für die Seele und tat gut.

    L.G. Rainhard

    • Lieber Rainhard, das freut mich, dass du weiterhin dabei bist. Und du hast Recht: Man muss sich in diesen Zeiten was Gutes tun, für die Seele und fürs Gemüt. Liebe Grüße und alles Gute

  • Hallo Sabine,
    Dein Blog wird zumindest von mir schon noch gelesen:-) interessanter Beitrag! Dass alle Reisepläne gestrichen wurden, zumindest für die erste Jahreshälfte, hat mich auch sehr getroffen. Wir wollen im Juli mit dem Auto nach Polen und haben für September Zypern gebucht. Das würde sich noch kostenlos umbuchen lassen im Falle einer zweiten Welle… Schwer vorhersehbar, wann ,aber sehr wahrscheinlich, dass diese zweite Welle kommt. Für uns im Gesundheitswesen wird es jetzt in den kommenden Wochen erst richtig stressig, weil alle geplanten Eingriffe und Routineuntersuchungen verschoben wurden und das jetzt langsam alles nachgeholt werden muss. Wir haben also eher mehr Arbeit als zuvor. Angst macht mir derzeit eher die Nachlässigkeit der Leute, es wird wieder viel weniger aufgepasst und Abstand gehalten und das Gejammere über die Maskenpflicht kann ich langsam auch nicht mehr hören!
    Würd mich sehr über Beiträge von dir freuen, ich lese immer gerne deinen Blog und gerade jetzt macht es Spaß,wieder vom Reisen zu träumen! Außerdem mag ich deinen Schreibstil sehr. Bitte weitermachen! Liebe Grüße aus Niederbayern!

    • Liebe Astrid, hurra, eine Leserin! :-) Freut mich, dass du meinen Blog gern liest – danke für die Blumen! Ja, wie es weitergeht, kann ja leider keiner genau sagen. Gesund bleiben und durchhalten heißt auf jeden Fall. Dir alles Gute! Liebe Grüße, Sabine

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