Komodo: Auf Drachensafari in Indonesien

Mit bis zu drei Metern Länge und 70 Kilo Gewicht sind die Komodowarane die größten lebenden Echsen der Welt. Es gibt sie nur auf den Kleinen Sundainseln in Indonesien, und dort vor allem auf der Insel Komodo. Als Naturfans mussten wir da auf unserer Indonesien-Reise natürlich hin!

Bereits auf Bali buchten wir bei Perama Tour die dreitägige Bootsfahrt nach Komodo: In einem winzigen „Reisebüro“ drückten wir dem Angestellten umgerechnet mehrere hundert Euro in die Hand und bekamen dafür einen handgeschriebenen Zettel mit einer Nummer … Vertrauen muss man schon haben, wenn man in den südostasiatischen Reisebüros Touren bucht!

Besuch bei den Töpfern auf Lombok

Da wir nun zehn Tage Zeit hatten bis zur Abfahrt des Bootes ab Lombok, verbrachten wir ein noch ein paar Tage auf Bali und weitere fünf Tage auf Gili Air. Schließlich setzten wir nach Lombok über, wo wir am nächsten Morgen mit dem Bus von Senggigi abgeholt wurden. Es ging, mit Zwischenstopps in einer Töpferei und in einer Moschee, quer über die Insel auf die Ostseite. Dort wartete schon unser Boot auf uns.

Wir hatten eine Kabine gebucht, weil wir nicht an Deck schlafen wollten. Ob das die beste Wahl war, ist fraglich: Nachts zog der Dieselgestank in die Kabine, sodass wir kein Auge zubekamen, weil uns schlecht wurde. Die Tür zu unserem drei Quadratmeter großen Schlafzimmer (mit Etagenbett) aufzulassen, war die einzige Möglichkeit, an Frischluft zu kommen – hieß aber auch, dass uns die einzige Glühbirne auf dem Schiff gnadenlos ins Gesicht blendete. Nun ja, irgendwas ist ja immer …

Korallen pflanzen auf Perama Island

Erster Stopp des Bootes am späten Nachmittag war die winzige Insel Perama, eine Privatinsel des Touranbieters. Dort konnten wir faul in der Hängematte liegen oder an der Küste Korallen pflanzen: rausschwimmen, Korallen in den Sandboden setzen und hoffen, dass dort bald ein neues Korallenriff entsteht. Abends gab es frischen Fisch und Maiskolben vom Grill. Kurz vor Sonnenuntergang haben wir noch einen Abendspaziergang rund um die Insel gemacht, bevor es zur Nachtfahrt wieder zurück an Bord ging.

Nach einem guten Frühstück (das Essen war auf der ganzen Fahrt extrem lecker und immer viel!) landeten wir auf Santonda Island. In der Mitte der kleinen Insel liegt ein Salzsee, der der Legende nach durch einen Tsunami Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden sein soll. Statt dort schwimmen zu gehen, kraxelten wir lieber die umliegenden Hügel hoch, die vor Schmetterlingen nur so wimmelten.

Der geschrumpfte Vulkan

Den Rest des Tages sahen wir die Küste der Insel Sumbawa mit ihren Vulkanen an uns vorbeiziehen. Spannend ist hier die Geschichte vom Vulkan Tambora, der 1815 ausbrach und mehr als 70.000 Menschen in den Tod riss.  Die ausgestoßene Asche verdunkelte den Himmel zwei Tage lang vollständig. Bis in Europa, wo es in dem Sommer eine Missernte gab, waren die Klimaveränderungen zu spüren. Vor dem Ausbruch war der Vulkan 4500 Meter hoch – hinterher nur noch 2850 Meter. Den Berg ohne Spitze kannst du vom Boot aus gut erkennen. Nach einem weiteren Stopp zum Füßevertreten auf der Insel Kilo stand uns die zweite Nachtfahrt bevor.

Am nächsten Morgen wurden wir früh geweckt. Im Sonnenaufgang durchkreuzte unser Boot viele kahle Inseln. Eine von ihnen war schließlich Komodo, wo wir auf die Suche nach der größten Echse der Welt gehen wollten. Wir wurden in zwei Kleingruppen eingeteilt mit je einem ortskündigen Führer am Anfang und am Ende der Truppe. Beide hatten nichts anderes als einen langen Stab zur Abwehr dabei. Da Komodos extrem gut riechen können und auf Blut reagieren, durften Frauen, die ihre Tage hatten, übrigens nicht mitgehen …

Warane in der Küche

Zwei Stunden lang wanderten wir über die Insel, hinter jeder Ecke einen Komodowaran erwartend. Graue Baumstümpfe bewegten sich in unserer Fantasie, jedes Rascheln im Unterholz ließ uns zusammenzucken. Doch wir hatten leider Pech: In der freien Wildbahn trafen wir keine der Riesenechsen an. Aber dann: Kurz vor dem einzigen Restaurant der Insel kreuzte ein rund zwei Meter langer Waran unseren Weg! Es stellte sich heraus, dass einige der mehreren Tausend Warane auf der Insel es sich beim Jagen leicht machten und sich gern in der Nähe der Küche aufhielten. Unter dem Gebäude lagen noch ein paar weitere Prachtexemplare mit bis zu drei Metern Länge. So hatten wir doch noch Erfolg auf unserer Echsen-Safari.

Am Mittag setzen wir über auf eine weitere Insel, um am Pink Beach in einer der besten Schnorchelspots Indonesiens Fische zu beobachten. Schließlich erreichten wir die Insel Flores, wo in der Stadt Labuan Bajo unsere Bootstour endete.

Meine Tipps für eine Bootstour nach Komodo:

  • Nicht den billigsten Anbieter wählen! Die Boote unterscheiden sich stark in Größe, Ausstattung, Sauberkeit und der Qualität des Essens. Auch bei der Sicherheit wird in einigen Booten gespart – was bei hohem Seegang, vor allem in der Regenzeit, fatal enden kann. (Dass die Bootstour bei einigen Anbietern ein Höllentrip sein kann, hat zum Beispiel Heiko auf seinem Pfeffer-Blog beschrieben.)
  • Schwimmsachen für die Badestopps nicht vergessen!
  • Eine eigene Schnorchelausrüstung brauchst du nicht mitzunehmen, die wird in der Regel an Bord zur Verfügung gestellt. Am besten vorher fragen!
  • Genug Sonnenmilch und einen Sonnenhut einpacken! Wenn du den ganzen Tag die Beine über die Reling hängen lässt, kann das einen fiesen Sonnenbrand geben.
  • Ohropax sind eine gute Idee, denn das Boot fährt die ganze Nacht durch, und die Dieselmotoren sind alles andere als leise.
  • Wer bei Seegang empfindlich reagiert, sollte Tabletten gegen Seekrankheit einpacken. Abbrechen kannst du die Tour nicht – einmal an Bord musst du bis zum Ende durchhalten, egal, wie stark die Wellen sind.
  • Ein Schloss für das Gepäck mitzunehmen, kann nicht schaden. Selbst auf unserem Boot hatten manche Mitfahrer das Gefühl, das während unserer Aufenthalte auf den Inseln jemand in ihren Kabinen war.

Warst du schon mal zu Besuch bei den Komodowaranen? Oder welche anderen seltenen Tiere konntest du in freier Wildbahn erleben? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

PS: Noch mehr Tipps zu Indonesien bekommst du bei Lisa von Travelisi, die fünf Indonesienreisende interviewt hat – und ich durfte eine der Interviewten sein.

 

 

Dir gefällt dieser Beitrag? Dann teile ihn doch:

6 Kommentare

  • Klasse Bericht liebe Sabine :)

    Und er ist auch ein bisschen mitverantwortlich, dass ich mich nach langen hin und her entschieden habe nach Komodo und Rinca zu fahren mit einem Boot.
    Von Perama Tours bin ich etwas enttäuscht, weil ich sie 3 mal mit Fragen angeschrieben habe und keine Antwort bekommen habe. Hier auf Lombok und auf den Gilis habe ich auch von einigen Touristen nur negatives über Perama gehört. Und das ist vielleicht einfach auch immer mal ein auf und ab.
    Egal wir werden mit einem anderen Anbieter am Samstag losfahren, in erster Linie, weil Samstag gerade am besten in unseren „Reiseplan“ passt. Freundlicher weise hat er uns gewarnt, dass das Boot Backpacker Niveau hat und in erster Linie von sehr jungen Leuten gebucht wird :)
    Mal sehen … nach so vielen super tollen Hotels sicher eine Kontrasterfahrung :) Du wirst es lesen können … bald ;)

    Bis dahin liebe Grüße
    Petra von Passenger On Earth

    • Danke für den Link zu Deinem Beitrag. Wir haben bewusst nicht den billigsten Anbieter genommen, weil wir ein paar wilde Geschichten gehört haben … Aber schön, dass Euch Eure Tour auch gefallen hat.

  • Wow, schon das Titelbild sieht genial aus. Toll das ihr noch Glück hattet und einen vor die Augen bekommen habt. Hätten sie ja auch gleich sagen können ;-) gg
    LG Tanja
    PS: bis jetzt habe ich in freier Wildbahn, Delphine, Wale und einen Hai gesehen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.