Das wahre Leben in 7 Bildern

Wer auf Instagram und Facebook vielen Reisebloggern folgt, sieht sie immer häufiger: schicke Fotos, die die Bloggerinnen (meist sind es Frauen) in den hübschesten Kleidern oder luftigen Blusen zeigen, Haare und Lächeln sitzen perfekt, die Sonne scheint – alles paletti. Und jedesmal frage ich mich:

  • Wo haben die um Himmels Willen diese schicken Klamotten her? Ich selber reise mit vier T-Shirts und zwei Hosen – Kleider und Blusen suche ich in meinen Rucksack vergeblich! (Ich bin froh, wenn ich in den Tiefen meines Gepäcks immer noch ein sauberes Shirt finde.)
  • Wie schaffen die es, so gestylt auszusehen? Ich habe auf Reisen weder Haarspray noch Make-up dabei! (Was ohnehin sinnlos wäre, weil ich nach fünf Minuten in tropischer Hitze aussehe wie gebadet.)
  • Wieso steht diese verflixte Sonne bei denen immer im richtigen Winkel? Wenn ich reise, kommt die Sonne garantiert in 80 Prozent aller Fälle von der falschen Seite! (Entweder stehe ich also im Schatten oder bin so geblendet, dass ich nur noch Zwinkern kann.)

Schluss also mit den gestellten Fotos – mehr Authentizität auf den Blogs! Das fordert auch Jessica von Yummy Travel, die in ihrer Blogparade imperfekte Bilder sucht. Ich brauche da nicht lange zu stöbern – von denen gibt es bei mir mehr als genug! Vorhang auf also für Fotos, die es bisher nicht auf meinen Blog geschafft haben (aus Gründen):

1. Nass bis auf die Haut

Auf einer Radtour mit dem Mountaninbike rund um Luang Namtha in Laos kommen wir in einen heftigen Regenguss. Ich bin nass bis auf die Knochen, meine Regenjacke kommt gegen die Wassermassen nicht mehr an. Meine Frisur … äh, welche Frisur? Und blind bin ich auch noch, weil ich durch die nasse Brille natürlich gar nichts mehr sehe. Nicht mal die Miss-Wet-T-Shirt-Competition hätte ich in diesem Zustand gewonnen.

2. Yippie-Ya-Yeah!

Ich mache mich auf Reisen ja gern mal zum Obst, weil mich da keiner kennt. Vor allem die skurrilen Kopfbedeckungen, die es vielerorts gibt, haben es mir angetan. Hier in den USA in der Nähe von Page konnte ich an diesem schicken Cowgirl-Hut nicht vorbeigehen. Mal ganz ehrlich: Blonde Haare und Zöpfe stehen mir doch, oder?

3. Zu langsam

Ihr kennt das: Selbstauslöser eingestellt, schnell in die richtige Position gerannt – zack, zu früh ausgelöst! Es ist echt ein Kreuz, wenn gerade niemand da ist, der ein Foto von uns machen kann (und selbst dann werden die Bilder höchstens in der Hälfte aller Fälle gut, weil der „Fotograf“ nicht in der Lage ist, die Kamera geradezuhalten oder unsere Füße mit aufs Foto zu bekommen …). Nun ja, nach ein paar Versuchen haben wir doch noch ein gutes Bild von uns am Blyde River Canyon hinbekommen.

4. Das Michelin-Frauchen

Wenn mir kalt ist, ist mir kalt – dann ziehe ich alles an, was ich habe, egal, wie ich aussehe. Ja, ich sehe dem Michelin-Männchen recht ähnlich mit meinen drei Jacken übereinander. Und mit Elmo von der Sesamstraße ist – dank meiner knallroten Flauschjacke – auch eine gewisse Ähnlichkeit nicht abzustreiten. Gefroren habe ich jedenfalls nicht auf meiner Wanderung im Bayerischen Wald. Nach und nach konnte ich im Laufe des Tages meine Jacken dann sogar ausziehen.

5. Die Dschungel-Queen

35 Grad Celsius, 90 Prozent Luftfeuchtigkeit, und ich stapfe über Wurzeln und Äste durch den Regenwald. Mein durchgeschwitztes Hemd kann ich auswringen, die Dusche ist noch weit entfernt, mein Kopf gleicht einer Glühbirne – aber die Laune ist bestens! Selten habe ich so geschwitzt wie auf dieser Wanderung durch den Dschungel in Borneo. Und selten hatte ich so einen Spaß daran, auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Meine Mitwanderer sahen nämlich auch nicht anders aus …

6. Blödhut im Einsatz

Auf diesem Bild siehst du mein Lieblingsreisestück – von mir liebevoll Blödhut genannt. Dieser Sonnenhut hat mir schon so viele Mal das Leben gerettet, weil er rund um den Kopf die Sonne fernhält. Habe ich ihn in heißen Ländern mal nicht dabei, liege ich abends garantiert mit Sonnenstich und Migräne im Bett und will nur noch sterben. Hier im Auto auf Safari in Südafrika dient mir der Blödhut als Sonnenschutz von der Seite. Die Sonne würde ansonsten gnadenlos mein Ohr wegbrennen.

7. Ich Tarzan, du Jane

Dies ist mein Lieblingsbild aus der Kategorie „Völlig misslungen“: Statt mich elegant an dieser Liane hochzuziehen, hänge ich wie ein nasser Sack in den Leinen. Von Eleganz keine Spur. Vielleicht sollte ich doch etwas regelmäßiger ins Fitnesscenter gehen, um das nächste Mal eine bessere Figur zu machen? (Dass ich eine Sekunde nach der Aufnahme von der Liane geplumpst bin, wurde zum Glück nicht fotografisch festgehalten …)

So, das war sie, meine „Galerie Unperfekt“ (Danke an meinen Partner Jochen für die Bilder. Er kann übrigens auch gute Fotos von mir machen!). Es hat schon seinen Sinn, dass ich in den meisten Blogbeiträgen keine Bilder von mir zeige, sondern lieber schöne Landschaften oder andere Eindrücke von der Reise. Keine Angst, auch in Zukunft wird das sicher so sein.

Oder habe ich dich etwa angefixt, und du erwartest von mir mehr solcher Bilder??? Dann bitte ich um entsprechende Hinweise in den Kommentaren 😉

 

 

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