Eine Woche Mallorca im Winter

Nachdem ich dir bereits von den Vor- und Nachteilen einer Mallorca-Reise über Silvester berichtet habe, möchte ich dir heute verraten, was wir in der Woche alles unternommen haben. Wie ich schon schrieb: Es ist wenig los auf der Insel, so dass wir fast alle Ausflugsziele für uns allein hatten. Das war unsere Woche auf Mallorca:

Tag 1: Colonia de St. Jordi

Der nächstgelegene Strand zu unserer Finca im Raum Campos ist an der Küste vor Colonia de St. Jordi. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Abstecher zu Salinas de Llevant. Hier wird seit dem 13. Jahrhundert Salz abgebaut. Ein kleiner Shop verkauft die Erzeugnisse. Wir sind jedoch eher an der Natur interessiert: An den Verdunstungsteichen soll es zahlreiche seltene Vögel geben. Leider kann man nur an der Straße entlanglaufen und durch den Zaun einen Blick auf die Salinen werfen. Das finden wir weniger interessant und fahren daher weiter nach Colonia de St. Jordi.

Hier beginnt der lange Naturstrand Es Trenc, der im Sommer wohl gern von FKK-Anhängern genutzt wird – im Winter begegnen wir nur ein paar anderen Wanderern. Am Strand liegen große Ablagerungen von Neptungras, auf dem es sich besonders federnd läuft. Wir passieren ein paar Bunker aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Am dritten Bunker zweigt ein Weg ins Landesinnere ab, der uns zu einer Lagune führt. Auch hier sehen wir heute nur wenige Vögel. Der Weg endet am Restaurant Es Trenc – das zu dieser Jahreszeit natürlich geschlossen ist – und führt uns zurück zum Strand.

An der Lagune herrscht Winterstimmung.

Abendessen: Da in Colonia de St. Jordi alle Restaurants Winterpause machen, fahren wir nach Ses Salines, wo wir die Auswahl zwischen immerhin zwei geöffneten Restaurants haben.

Tag 2: Wandern bei Artá

Für den heutigen Tage suche ich eine Wanderung im Nordosten der Insel aus: von der Cala Estreta bis zur Cala Font Salada im Norden von Atrá. Leider schaffen wir es nicht, zum Ausgangspunkt der Wanderung zu gelangen: Eineinhalb Kilometer vor der Cala Estrada ist die Straße so schlecht, dass wir umkehren müssen. Stattdessen wollen wir die Ermita de Betlém besuchen, eine Einsiedelei in den Bergen. Aber auch hier haben wir Pech: Die Zufahrtsstraße ist wegen Bauarbeiten gesperrt.

Wanderwege im Parque Natural.

Zum Glück sehen wir ein Schild zum Parque Natural, dem wir folgen. In dem Naturpark der Halbinsel von Llevant stehen 13 gut ausgeschilderte Wanderwege zur Auswahl. Wir entscheiden uns für Weg Nummer 3, den Camí dels Presos. Er führt uns durch einen kleinen Pinienwald und recht lange über einen teils befestigte, teils unbefestigten Fahrweg, vorbei an Ruinen von ehemaligen Soldatenunterkünften, zum Gipfel. Von dort oben haben wir einen wunderbaren Blick über die Nordostküste auf der einen Seite und bis zur Alcúdia-Halbinsel auf der anderen Seite. Bei gutem Wetter kannst du bis zur Insel Menorca hinüberschauen.

Ausblick über den Nordosten Mallorcas.

Abendessen: Wir werden in Cala Rajada fündig, wo erstaunlicherweise trotz Winter recht viele Restaurants geöffnet haben.

Tag 3: Felanitx und Cala S’Almonia

Vormittags wollten wir den Markt in Felanitx besuchen, nachdem uns bei unserem letzten Mallorca-Besuch der Markt in Sóller so gut gefallen hat. Leider verkaufen die Marktstände in Felanitx  ausschließlich – meist billig gefertigte – Textilien. Wenig spannend.

Die Bucht in Casa S’Almonia.

Also fahren wir nach Cala S’Almonia, um dort eine Küstenwanderung zu machen. Vom Ort aus geht es am Strand durch einen dichten Busch steil die Klippe hinauf. Oben angekommen machen wir den Fehler, nach rechts statt nach links abzubiegen – und verlaufen uns heillos! Durch dichtes Gestrüpp und über ein Feld finden wir nach langem Suchen endlich den Hauptweg an den steilen Klippen entlang. Ein wunderschöner Ausblick über die Insel und die Küste entlang begleitet uns auf unserer Wanderung. Bis zum Strand Cala Marmols schaffen wir es leider nicht mehr. Kurz hinter einem verlassenen Haus an den Klippen müssen wir umkehren, weil es langsam dunkel wird.

Sonnenuntergang in Casa S’Almonia.

Abendessen: Weder in Santanyí noch in Campos haben wir Glück: Die wenigen Restaurants, die geöffnet sind, haben nur noch draußen Plätze frei. Bei kühlen Nachttemperaturen kein Spaß. Also fahren wir in einen Supermarkt und kochen in unserer Ferienwohnung.

Tag 4: Cap de Ses Salines

Ich möchte noch eine weitere Küstenwanderung machen und finde zwei Wanderungen am Cap de Ses Salines. Wir parken das Auto am Leuchtturm und haben die Wahl, rechts oder links die Küste entlangzuwandern. Wir entscheiden uns für die linke Seite. Anfangs laufen wir noch recht nah am Wasser entlang, nach und nach werden die Klippen jedoch immer höher. Auch hier wäre das Ziel eigentlich der Strand Cala Marmols gewesen – von der anderen Seite aus. Aber wir brauchen für den Weg weitaus länger als in der Wanderbeschreibung angegeben und kehren daher vorzeitig um.

Der Leuchtturm am Cap Ses Salines.

Das Schöne an der Wanderung ist der Rosmarinduft, der uns dank zahlreicher Kräuterbüsche die ganze Zeit begleitet. Das weniger Schöne: Wir laufen die ganze Zeit an einem Zaun zu einem Privatgrundstück entlang. Da hilft nur, den Blick aufs Wasser zu richten.

Blühender und duftender Rosmarin.

Abendessen: Es ist Silvester, und wir haben uns mit Freunden in Palma verabredet. Nach einigem Suchen finden wir im Stadtteil Santa Catalina ein Restaurant, das am Silvesterabend noch nicht ausgebucht ist.

Tag 5: Cala Figuera

Nach einem späten Frühstück in der Sonne fahren wir nach Cala Figuera. Der kleine Fischerort versteckt sich in einer tief eingeschnittenen Bucht. Die Einfahrt vom Meer ist so eng, dass manche Bootshäuser in den Felsen hineingeschlagen wurden. Es ist schön ruhig bei unserem Besuch. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es ausschaut, wenn im Sommer ganze Busladungen in dem winzigen beliebten Ort aufschlagen. An diesem Tag können wir in Ruhe am Ufer entlanglaufen und die Fischerboote mit ihren Netzen anschauen.

Fischerboote an Cala Figuera.

Abendessen: Zu Neujahr hat in unserer Gegend wirklich gar kein Restaurant mehr geöffnet. Wir essen also zu Hause die Reste von unserem letzten Supermarktbesuch.

Tag 6: Wanderung am Kloster Lluc

Wir fahren in den Westen der Insel, wo wir bei unserem letzten Mallorca-Besuch ja schon einige Wanderungen gemacht haben. Dieses Mal ist der Ausgangspunkt das Kloster Lluc, mitten in den Tramuntana-Bergen gelegen. Von dort führt uns der Weitwanderweg GR 221 gut ausgeschildert bis zur Finca Binifaldo. Nach einer Rast treten wir den Rückweg an. Statt über die Straße, wie ein Schild empfiehlt, folgen wir hinter der Finca dem GR 221 ein paar Meter weiter, bis links ein Weg durch eine Streuobstwiese beginnt. Dieser bringt uns ebenfalls zur Straße. Nach ein paar Hundert Metern zweigt rechts ein Wanderweg ab, der uns zurück zum Kloster führt. Insgesamt eine ganz hübsche Wanderung, auf der wir sogar ein paar Mönchsgeier gesehen haben.

Ausbllick hinter der Finca Binifaldo.

Abendessen: In der Stadt Inca haben eine ganze Reihe Restaurants geöffnet. Wir entscheiden uns für ein rustikales Kellerrestaurant, von denen es in diesem Weinanbaugebiet einige gibt.

Tag 7: Autotour durch den Südwesten

Unser Flieger nach Hause geht erst am Abend, daher haben wir noch den ganzen Tag Zeit. Wir fahren zuerst nach Sant Elm, westlich von Palma. In diesem kleinen Ort ist im Winter gar nichts los, so dass wir in aller Stille einfach eine Weile auf einer Bank am rauschenden Meer sitzen und die letzte Sonne in diesem Urlaub genießen.

Küste von Sant Elmo.

Anschließend fahren wir die Küstenstraße MA10 von Andratx bis nach Banyalbufar. Immer wieder halten wir an schönen Aussichtspunkten an und genießen den Blick über die schroffe Küste. Auf einer winzigen einspurigen Straße kurz hinter Banyalbufar geht es durch die Berge zurück nach Puigpunyent. Rechts und links der Straße wachsen Obstbäume, und wir sehen erste Mandelblüten. Hinter Puigpunyent führt eine bequeme Straße zurück nach Palma, wo wir einen Abendspaziergang durch die Stadt machen und die hübsch beleuchteten Häuser der Stadt fotografieren.

Die Westküste von Mallorca.

Abendessen: In Palma machen die meisten Restaurants am frühen Nachmittag zu und öffnen erst wieder am Abend. Mit Müh und Not haben wir ein Restaurant gefunden, das uns um 17 Uhr etwas  serviert hat.

Mein Fazit nach einer Woche Mallorca im Winter

Genug zu tun gibt es auf Mallorca im Winter allemal. Dank schönstem Wetter haben wir viel frische Luft bekommen und die eine oder andere neue Ecke auf Mallorca kennengelernt, die wir bislang noch nicht besucht hatten.

Warst du schon mal im Winter auf Mallorca? Welche Orte hast du besucht? Ich freue mich über Tipps für weitere Ausflüge!

 

 

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11 Kommentare

  • Ich war schon sehr lange nicht mehr auf Mallorca. Aber irgendwann möchte ich die Insel auch fernab vom Sommertourismus besuchen. Dein Artikel liefert viele schöne Ideen zum wandern- vielen Dank!

  • Liebe Sabine,
    ein toller Beitrag! Da erinnere ich mich direkt an meine Besuche. Die sind zwar schon eine ganze Weile her, aber mir hat die Insel damals auch sehr gut gefallen. Mallorca hat wirklich viel zu bieten. Im Winter war ich allerdings noch nicht dort. Habe ich nun aber mit auf die Liste gesetzt.

    Liebe Grüße
    Steffi | Reiselust und Fernweh

  • Hi Sabine,

    bisher haben wir es leider noch nicht in den Wintermonaten nach Mallorca geschafft. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es zu dieser Jahreszeit angenehm leer ist ;-)

    Wie lange seid ihr denn für die Küstenwanderung unterwegs gewesen? Wir sind die Wanderung vom Cap de Ses Salines bis Cala Marmols im Hochsommer gegangen. Unseren Bericht dazu findest du hier: https://www.sonnigunterwegs.de/kuestenwanderung-sueden-mallorca/

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Hallo Sandra, nach eineinhalb Stunden, kurz hinter der Schlucht, haben wir abgebrochen, als wir merkten, dass wir noch weit von Cala Marmols entfernt waren und ja auch den ganzen Weg wieder zurückgehen mussten … Schön, dass Ihr es bis zum Ziel geschafft habt! Wie lange wart Ihr insgesamt unterwegs?

    • Ich denke wir waren insgesamt ca. 3 Stunden unterwegs. Leider ging uns das Wasser fast aus.

      In der prallen Sonne direkt an der Küste verbrauchten wir doch mehr als gedacht…

      Der Weg an der Küste fanden wir in jedem Fall richtig toll! :-)

      LG
      Sandra

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