Filmreif: der Gletschersee Jökulsárlón

Islands Landschaft ist unglaublich und anders als alles, was ich zuvor gesehen hatte. Einer der faszinierendsten Orte in Island war aus meiner Sicht der Gletschersee Jökulsárlón (zu deutsch: Gletscherflusslagune). Wir haben ihn eher durch Zufall entdeckt.

Paradies hinterm Deich

Auf unserer dreiwöchigen Island-Rundfahrt über die Ringstraße wussten wir nach einem Blick auf unsere Karte, dass wir demnächst zum Gletschersee Jökulsárlón gelangen würden. Vorher machten wir jedoch noch einmal Rast am Straßenrand und kletterten über eine Art Deich, weil dies der Fahrer in dem Auto vor uns auch schon getan hatte. Offenbar hatte man von oben einen guten Blick über die Landschaft. Als wir den Deich erklommen hatten, trauten wir unseren Augen nicht: Vor uns erstreckte sich ein großer See, voll mit Eisschollen in den unterschiedlichsten Größen und Formen.

Es war so still am See, dass wir hörten, wie das schmelzende Eis in regelmäßigem Rhythmus ins Wasser tropfte. Hin und wieder brach am anderen Ende des Sees ein Stück Gletscher von der Wand ab und landete klatschend im Wasser. Fast ehrfürchtig schauten wir bestimmt eine Stunde auf den tiefblauen See mit seinen weiß-grauen Eisformationen, die langsam zum Meer trieben. Schweren Herzens trennten wir uns von diesem Anblick und setzten uns wieder ins Auto, um weiterzufahren.

Trubel am Jökulsárlón

Kurz darauf tauchte das Schild zum Jökulsárlón auf. Auf dem Parkplatz reihten sich die Autos aneinander, und die Besucher standen schon Schlange, um einen Platz auf dem Amphibienfahrzeug zu ergattern, das erst eine Weile am Ufer entlangfuhr, um dann ins Wasser einzutauchen und die Passagiere an den Gletscherrand zu fahren (die Amphibienfahrzeuge waren früher übrigens im Vietnam-Krieg eingesetzt und verrichten hier nun ihren friedlichen Dienst).

Erst bei diesem Rummel am offiziellen Zugang des Jökulsárlón wurde uns klar, was für ein Glück wir gehabt haben, dass wir schon vorher den Gletschersee entdeckt hatten: unser ganz persönliches Stückchen Paradies, das wir ohne Trubel ganz für uns alleine hatten.

Gletschersee als Filmkulisse

Bei all den Naturschönheiten, die Island zu bieten hat, wundert es mich nicht, dass das Land schon mehrfach als Kulisse für verschiedene Filme herhalten musste. Der Gletschersee Jökulsárlón war im Kino zum Beispiel bei „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ zu sehen. Und auch James Bond spielte schon dort (wo auf der Welt wurde eigentlich noch kein James-Bond-Film gedreht?): Für den Film „Stirb an einem anderen Tag“ wurde der Zugang des Gletschersees zum Meer verschlossen, damit der See zufror und die wilde Verfolgungsjagd auf dem Eis stattfinden könnte. Andere Filme mit dem Jökulsárlón als Star waren „Tomb Raider“, „Batman Begins“ und ein weiterer James Bond: „Im Angesicht des Todes“.

Wenn du dich für Drehorte interessierst, schau mal bei der Kulissen-Karte von Teilzeitreisender vorbei oder klick einfach auf die unten stehende Karte: Hier werden zurzeit spannende Drehorte auf der ganzen Welt gesammelt. Welchen Ort könntest du zu der Liste beisteuern?

Du willst noch mehr über Island lesen? Voilà:

 

 

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