Die Top-Wasserfälle in Island

Ich gebe zu: Island hat mich verdorben. Nachdem ich auf einer Autorundreise über die Insel so viele wunderschöne Wasserfälle gesehen habe, kann ich mich für Wasserfälle in anderen Ländern kaum mehr begeistern. Mögen sie noch so imposant fallen – an Islands Wasserfälle ist bislang keiner von ihnen herangekommen. Meine Highlights:

Seljalandsfoss

Besonders imposant ist der Seljalandsfoss nicht, wenn du ihn zunächst von Weitem siehst. Ein relativ schmaler Wasserstreifen fällt rund 60 Meter tief in ein rundes Becken – nun ja. Sein wahres Geheimnis enthüllt er erst, wenn du näherkommst. Dann wird klar, dass hier ein nasses Abenteuer auf den Besucher wartet: Ein schmaler Weg führt hinter dem Wasserfall her. Also schnell die Regenjacke übergezogen, die Kamera wasserdicht eingepackt, und los geht’s! Auf einem etwas rutschigen Pfad geht es an den ausgehöhlten Felsen entlang, bis der Vorhang direkt vor dir liegt. Steht die Sonne im richtigen Winkel, entstehen viele bunte Regenbogen. Und aus dieser Perspektive wirkt der Wasserfall plötzlich gar nicht mehr so klein …

Gulfoss

Auf der Treppe zum Gulfoss kann es an schönen Tagen schon mal voll werden: Dann wollen ganze Busladungen mit Tagesausflüglern von Reykjavík sich den „Goldenen Wasserfall“ am Golden Circle ansehen. Aber ist die Treppe passiert, verläuft es sich auch wieder schnell, denn der Wasserfall ist riesig. Ganz am Rand versteht man sein eigenes Wort nicht mehr, weil mehr als 100 Kubikmeter fallendes Wasser pro Sekunde doch ganz schön laut sein können. Auch hier sind Regenjacken angesagt, denn bei einem Windstoß kann es durch Sprühregen schon mal nass werden. Ein eindrucksvolles Naturerlebnis!

Dettifoss

Ebenso beeindruckt hat mich der Dettifoss im Nordosten Islands. Mit 45 Metern Fallhöhe ist er der größte Wasserfall Europas. Steht man an seiner Kante (die wie überall in Island ungesichert ist), fühlt man sich sehr klein und unbedeutend. Im weiteren Verlauf fließt der Fluss durch eine Schlucht, die an eine Miniaturausgabe des Grand Canyon erinnert. Über Stock und Stein geht es entlang des Flusslaufs durch beeindruckend karge Landschaften wieder zurück zum Parkplatz.

Dynjandi

Nach den vielen Wasserfällen entlang der Ringstraße hatte ich in den Westfjorden keine Highlights mehr erwartet. Ganz weit vorn am Fjordende erschien der Dynjandi recht klein in die Tiefe zu stürzen. Doch je näher du kommst, umso größer werden die Wassermassen, bis du vor einem immer breiter werdenden weißen Schleier stehst, der erst 100 Meter tief und dann in fünf weiteren kleinen Fällen den Berg hinunterrauscht. Kein Wunder, dass dieses Schauspiel sich „der Dröhnende, Tobende“ nennt. Da die Westfjorde nur wenig besucht sind, wirst du den Wasserfall wahrscheinlich wie ich ganz für dich allein haben.

Und jetzt bist du dran!

Mich interessiert natürlich brennend: Wo fließt denn dein liebster Wasserfall? Ich freue mich auf deinen Tipp in den Kommentaren!

Und wenn du magst, schick mir doch ein Foto deines Lieblingswasserfalls an ferngeweht@sabine-olschner.de. Die schönsten Bilder veröffentliche ich dann gern unter diesem Beitrag.

Du willst noch mehr über Island lesen? Voilà:

 

 

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6 Kommentare

  • Es gibt wohl kein anderes Land auf der Welt, das so einzigartig ist, wie Island (nicht einmal Neuseeland)…auch wenn es sauteuer ist :( Kleiner Tipp für den Gullfoss: Wenn den Touristenmassen entkommen will, sollte den Wasserfall von der anderen Seite besuchen! (auch wenn man dazu etwa 50 km über eine Schotterpiste fahren muss). Wenn man in Thingvellir ist, sollte man in der Silfra-Spalte snocheln – ein unbeschreibliches Erlebnis mitten zwischen der Nordamerikanischen und Eurasischen Platte. Und entlang der Golden-Route sollte man den kleinen Kratersee Kerid nicht vergessen.

    LG, Zoya

  • Mir geht es genauso. Neben den beeindruckenden isländischen Wasserfällen wirken die anderen, die ich bis jetzt gesehen habe, klein. Aber ich würde gerne die Niagarafälle und die Iguacufälle sehen, vielleicht ändert sich dann meine Meinung.

    Übrigens waren noch etliche andere Leute dort, als wir an den Dynjandi-Fällen waren.

    • Die Niagarafälle und die Iguacufälle habe ich auch noch nicht gesehen. Den beiden würde ich auch noch mal eine Chance geben, mich zu beeindrucken ;-)

  • Guten Morgen Sabine, ja ein Wasserfall ist immer was besonders. Er muss nicht groß sein. Man merkt immer wie viel Kraft Wasser haben kann. Für Deine „Sammlung“ ;), empfehle Ich Dir, auch den Rheinfall in Schaffhausen (Schweiz)

    • Danke, Steffen, für den Tipp. Ja, der Rheinfall ist auch schön. Leider gab es nicht soooo viel Wasser, als ich ihn besucht habe.

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