Sicherheit auf Reisen

Sich mit Waffengewalt zu wehren, ist keine gute Idee. (Foto: Jochen Hafner)

Toi, toi, toi! Bisher ist mir auf Reisen erst ein einziges Mal etwas geklaut worden. Und das ausgerechnet bei der ersten gemeinsamen Reise mit meinem Partner. Wir waren aber auch selber schuld: Ein wuseliger Busbahnhof in Costa Rica, keiner konnte uns sagen, wann und wo unser Bus in den nächsten Ort nun starten sollte. Da es offenbar noch dauern würde, setzten wir unsere Rucksäcke ab, stellten sie hinter uns ab und warteten, was passieren würde. Als ich mich das nächste Mal umdrehte, war einer der Tagesrucksäcke verschwunden – inklusive Kamera, geschliffener Sonnenbrille und Lieblingssonnenhut. Unser Fehler: Wir hatten die Rucksäcke nicht die ganze Zeit im Blick behalten, weil sich jeder darauf verlassen hatte, dass der andere schon drauf achten würde. (Sowas ist mir als Alleinreisende nie passiert, weil ich immer nur allein für meine Sachen verantwortlich war.)

Sicherheit für die Rucksäcke

Was haben wir daraus gelernt? Seitdem hat jeder seine Aufgaben: Setzen wir die großen Rucksäcke ab, behalten wir unsere Tagesrucksäcke auf dem Rücken und die großen im Blick. Steigen wir in einen Bus oder in die Bahn, kümmert sich mein Partner um die Verladung der großen Gepäckstücke, ich bin dafür zuständig, auf die beiden kleinen Rucksäcke aufzupassen.

Einer vorne, einer hinten – so habe ich alles im Griff und trotzdem die Hände frei.

Anfangs hatten wir auch immer zwei Sicherheitsschlösser und eine kleine Kette dabei, um die Rucksäcke in Hotelzimmern an festen Gegenständen zu befestigen. Leider lassen sich Rucksäcke ja nicht, wie Koffer, mit einem Sicherheitscode schließen, sodass eigentlich auch die Kette sinnlos ist: Wer etwas aus dem Rucksack klauen will, macht halt einfach den Reißverschluss auf – also bleiben die Sicherheitsschlösser zu Hause.

Warum ich dir das alles erzähle? Es geht in diesem Beitrag um „Sicherheit auf Reisen“ – eine Blogparade, zu der Roadtrip Girl eingeladen hat. Die Sache mit dem Rucksack ist dabei nur ein Aspekt. Welche Vorsichtsmaßnahmen ergreife ich noch, damit mir auf Reisen nichts passiert?

Sicherheit für meine Wertsachen

Was ich mit meinen Wertsachen wie Reisepass, Kreditkarten, Geld und Kamera mache, habe ich schon in einem eigenen Beitrag „Wohin mit den Wertsachen auf Reisen?“ geschrieben. Noch mal die Kurzfassung: Ich nehme so wenig Wertsachen wie möglich mit auf Reisen (also auch kein Smartphone oder Laptop) und trage alles am Körper. Im Hotelzimmer lasse ich selten etwas liegen – es sei denn, es gibt einen zuverlässigen Safe.

Immer nur eine Handvoll Kleingeld in der Hosentasche – den Rest sicher in der Bauchtasche.

Egal wie wir uns kleiden oder wie wenig wir an Wertsachen mitnehmen: In fremden Ländern wird man uns immer ansehen, dass wir Ausländer sind. Allein die Tatsache, dass wir uns den teuren Flug für die Reise leisten konnten, macht uns in den Augen vieler zu reichen Menschen, bei denen was zu holen ist. Diese Ansicht muss man meiner Meinung nach ja nicht noch zusätzlich durch die offene Zurschaustellung von Schmuck und anderen Wertsachen verstärken.

Persönliche Sicherheit

Ich habe mich auf Reisen eigentlich noch nie in Gefahr gefühlt – weder als Alleinreisende noch mit meinem Partner. Das liegt zum einen sicherlich daran, dass ich bei der Auswahl meiner Ziele darauf achte, dass ich keine riskanten Länder bereise. Regionen, in denen es Unruhen gibt oder die Kriminalitätsrate besonders hoch ist, meide ich. Zum anderen hilft mir der gesunde Menschenverstand:

  • Ich gehe, vor allem im Dunkeln, nicht in schummrige Gassen oder durch Parks – das würde ich in deutschen Großstädten schließlich auch nicht machen.
  • Ich achte stets darauf, wer sich so um mich herum aufhält. Sind das Leute, bei denen ich ein komisches Gefühl habe, wechsle ich die Straßenseite oder versuche, in die Nähe anderer Menschen zu kommen.
  • Spricht mich jemand an, versuche ich zu erkennen, ob er harmlos ist oder mir Böses will – im Zweifel lasse ich ihn lieber stehen und gehe weg. Ja, dieses Misstrauen macht mich vielleicht etwas unnahbar, aber lieber jemanden einmal zuviel ignoriert als in Schwierigkeiten zu geraten.
  • Wo auch immer ich bin, trete ich selbstbewusst auf. Denn ich bin davon überzeugt: Wer unsicher wirkt, schlüpft (unbewusst) in eine Opferrolle und macht sich angreifbar.
  • Ich kleide mich wenig aufreizend. Kurze Hosen und Röcke oder knappe Tops trage ich allenfalls am Strand, aber weder auf der Straße noch abends beim Ausgehen. Ob dies der Grund ist oder einfach nur Glück: Ich bin jedenfalls bisher noch nie von Männern im Ausland blöd angemacht worden. Und seit ich mit männlicher Begleitung reise, passiert das ohnehin nicht.
Die Polizei musste ich zum Glück noch nie auf Reisen rufen. (Foto: Jochen Hafner)

Wenn ich mich in Ländern aufhalte, in denen es brenzlig werden kann, frage ich gern auch mal in meiner Unterkunft nach, wie es um die Sicherheit im Ort bestellt ist und ob es okay ist, abends im Dunkeln zu Fuß zur Unterkunft zurückzulaufen. Im Zweifel bestelle ich halt lieber ein Taxi.

Sicher? Aber sicher!

Wenn mich jemand fragt: „Ist Reisen eigentlich sicher?“, kann ich aus meiner Sicht mit voller Überzeugung sagen: Ja! Du solltest halt ein bisschen auf dein Bauchgefühl hören und deinen Verstand einschalten (manche scheinen beides auf Reisen zu Hause gelassen zu haben, denke ich manchmal). Dann wird dir – gepaart mit ein bisschen Glück – auch nichts passieren. Und mal ganz ehrlich: Wie groß ist die Gefahr, zu Hause beklaut oder angegriffen zu werden? Wenn man sich heutztage die Medien anschaut: Genauso groß wie anderswo.

Ich wünsche dir allzeit eine gute und sichere Reise!

Ist dir auf Reisen schon mal etwas passiert? Welche Sicherheitsmaßnahmen triffst du, wenn du unterwegs bist? Erzähl mir doch in den Kommentaren von deinen Erfahrungen!

 

 

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