Radeln und Paddeln in Luang Namtha

Die Reisefelder von Luang Namtha.

Mein Tipp für deine Laos-Reise: Nimm nicht die klassische Route über den Mekong von der Grenzstadt Houay Xai nach Luang Prabang, sondern steig stattdessen in den Bus und fahre die nördliche Route. Dann kommst du nämlich durch den Ort Luang Namtha, der vor allem für Outdoor-Liebhaber viel zu bieten hat.

Mit dem Mountainbike rund um Luang Namtha

Einige Unterkünfte in dem kleinen Städtchen vermieten Fahrräder. Wir entscheiden uns für Mountainbikes aus dem Zuela Guesthouse, die in einem überraschend guten Zustand sind. Dazu gibt es eine handgezeichnete Karte und ein paar mündliche Instruktionen zur Rundtour um Luang Namtha.

Los geht es zunächst auf der wenig befahrenen Hauptstraße und schließlich in einen unbefestigten Weg hinein. In den einfachen Dörfern müssen wir ein paar kläffenden Hunden ausweichen – und durch riesige Wasserpfützen navigieren. Denn die Tage zuvor hatte es viel geregnet, und auch jetzt begann der Himmel schon wieder, seine Pforten zu öffnen. Wir kämpfen uns den steilen Schlammpfad hinauf und kommen klitschnass an unserem Ziel an: dem hiesigen Wasserfall. Dieser ist versteckt in einem dichten Wald gelegen, sodass wir die letzten paar Meter des Weges unsere Räder stehen lassen müssen und laufen. Hätten wir ein Picknick mitgebracht, wäre der überdachte Pavillon mit Blick auf dem Wasserfall perfekt gewesen für eine Rast.

Mountainbike Luang Namtha

In der Regenpause durch den Matsch.

Wasser von oben

Doch wir machen uns wieder auf den Weg. Es geht nun wieder auf eine befestigte Straße, an leuchtend grünen Reisfeldern entlang. Da es wieder zu regnen beginnt, wollen wir die Abkürzung über den Fluss nehmen, die uns auch der Fahrradvermieter empfohlen hat. Über eine weitere Matschstrecke kommen wir an einen Fluss – doch weit und breit ist keine Brücke zu sehen. Soweit wir die handgezeichnete Karte interpretieren, könnte es auch eine Furt statt eine Brücke sein – die man sicherlich bei Niedrigwasser überqueren könnte, aber nicht bei diesem reißenden Strom. Ein paar Schritte in den Fluss zeigen: Hier haben wir keine Chance weiterzukommen.

Fluss bei Luang Namtha

Der Test ergibt: Keine Chance zur Flussquerung!

Also zurück auf die Straße und den großen Umweg in die Stadt zurück nehmen. Die letzten zehn Kilometer geben wir uns dem Regen geschlagen: Als wir an einen Bus Richtung Luang Namtha sehen, hieven wir unsere Fahrräder hinein und lassen uns zu unserem Hostel zurückfahren.

Ich war selten so nass und dreckig wie an diesem Tag – und hatte lange nicht mehr so viel Spaß!

Mit dem Kayak über den Nam Tha

Für den nächsten Tag buchen wir eine Kayaktour über den Fluss Nam Tha, der dem Ort Luang Namtha seinen Namen gab. Von unserem Hostel aus fahren wir mit einem halben Dutzend Kayaks auf dem Dach im offenen Bus zum Fluss hinunter. Schwimmwesten an, Wassertaschen gepackt und am Boot befestigt, und los geht’s in unseren Zweierkayaks.

Anfangs ist das Wasser noch ruhig, und wir können uns immer mal wieder ein bisschen treiben lassen und die dschungelartige Landschaft um uns herum genießen. Doch bald kommen die ersten Stromschnellen. Unser Guide erklärt uns, wie wir sie am besten durchqueren können. Einmal links, zweimal schnell rechts paddeln – das sollte klappen. Die erste Stromschnelle meistern wir noch mit Bravour. Bei der zweiten merke ich, dass plötzlich mein Hintermann fehlt: Er ist durch einen überhängenden Ast über Bord gegangen! Mithilfe des Guides ist er schnell wieder an Bord.

Kayak auf dem Nam Tha

Hier ist alles noch im grünen Bereich …

Wasser von unten

Dann die größte Stromschnelle der ganzen Strecke: Wir paddeln wie wild, doch der Fluss ist schneller als wir – und wir können dem Baum im Wasser nicht mehr ausweichen. Ehe wir es uns versehen, hat sich das Boot umgedreht und sowohl uns als auch unser Gepäck ausgespuckt. Wir schaffen es, uns am nächsten Baumstamm festzuhalten, bis unser Guide kommt, um uns aus unserer misslichen Lage zu retten.

Angst habe ich nicht um uns, als wir so im reißenden Strom am Baum hängen – aber um unsere Kamera und andere Wertsachen, die wir in der Wassertasche verstaut hatten. Aber wir haben nun den Beweis: Diese Wassertaschen halten hundertprozentig dicht! Und wir hatten Glück, dass wir sie am Boot befestigt hatten, sonst wäre sie uns davongeschwommen.

Kayakfahren Luang Namtha

Wohlbehalten zurück in Luang Namtha.

Die nächsten paar kleineren Stromschnellen können uns nichts mehr anhaben – wir sind ja jetzt geübt. Das Mittagessen in einem kleinen Bergdorf mit leckeren laotischen Salaten und Fisch haben wir uns nach vier Stunden jedenfalls verdient. Mit einem Tuk Tuk geht es schließlich von dem Dorf wieder zurück nach Luang Namtha – immer am Fluss entlang, der uns zum Glück nichts Schlimmeres angetan hat.

Nach diesen zwei nassen Tagen wurde es Zeit, unsere Wäsche waschen zu lassen, denn langsam wurde es knapp mit frischen T-Shirts.

Warst du schon mal in Laos? Oder hast du es vor? Wenn du Fragen zum Land hast, stelle sie gern im Kommentar!

 

 

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