Laos: Die Wasserfall-Wanderung

Das Wasser steht mir fast bis zum Hals - aber die Bananenblatt-Tischdecke ist sicher!

Eine Wanderung zu den Wasserfällen sollte es werden. Dass wir am Ende nicht zu den Wasserfällen, sondern mitten durch sie hindurch gelaufen sind, hatten wir nicht erwartet. Da hatte uns Laos mal wieder kräftig überrascht.

Nong Kiau am Fluss Nam Ou

In Nong Kiau waren wir gelandet, nachdem wir eine Bootsfahrt über den Nam Ou gemacht hatten, einen Zufluss des Mekongs. Unser Reiseführer empfahl dort „Die Wanderung zu den 100 Wasserfällen“. An einem unscheinbaren Haus an der Hauptstraße fanden wir schließlich nach einigem Suchen den Anbieter Tiger Trail und buchten dort die Tour.

Am nächsten Morgen: kein Tour-Guide am vereinbarten Treffpunkt in Sicht. Nach unserer Nachfrage erschien eine halbe Stunde später mit wehenden Fahnen ein Mofafahrer – unser Wanderführer für den Tag. Wieder einmal eine Lektion in laotischer Gelassenheit gelernt …

Eine Bootsfahrt mit Hindernissen

Zusammen liefen wir hinunter zum Fluss, wo bereits ein Boot auf uns drei wartete. Nach einigen Schwierigkeiten mit dem Motor kamen wir nach einer Stunde Fahrt in einem winzigen Dorf an, in dem uns direkt ein paar Kinder mit ihren Spielzeugpistolen aus Ästen belagerten. Viel Zeit zum Spielen hatten wir jedoch nicht, wir mussten direkt los, weil wir durch die Motorenprobleme schon zuviel Zeit verloren hatten.

Im Gänsemarsch folgten wir unserem Wanderführer durch die Bewässerungskanäle der nebenliegenden Reisfelder sowie durch Mais- und Sorghumfelder, bis wir an einem idyllisch gelegenen Fluss im Wald ankamen. Von da an wurde es sportlich, denn neben dem Fluss gab es keinen Weg – vorwärts ging es nur durchs Wasser, das aufgrund der Regenzeit eine ganz schöne Strömung hatte. Die ersten kleinen Felsen schafften wir noch mit links. Nach und nach wurden die Hürden jedoch immer höher, der Fluss reißender.

Mitten durch die Wasserfälle

Unser Guide ging mit Flip-Flops an den Füßen voran und sprang wie eine Gazelle die Wasserfälle hinauf. Wir folgten seinen Anweisungen und schafften es – oft erst nach mehreren Versuchen – am Ende ebenfalls, die vielen Wasserfälle zu erklimmen. Ob es tatsächlich Hundert waren? Wir haben nicht mitgezählt, weil wir genug damit beschäftigt waren, immer wieder neue nasse Hürden zu überwinden. Nach einer Stunde kamen wir klitschnass, aber bestens gelaunt am Gipfel an, wo ein letzter steiler Wasserfall zu einer Dusche einlud.

Essen mit selbstgebautem Teller und Löffel

Nach der Wäsche gab es als Belohnung ein leckeres Mittagessen – inklusive scharfer Sauce –, das unser Wanderführer hier hinaufgetragen hatte. Teller und Besteck mussten wir selber basteln: aus mitgebrachten Bananenblättern, ökologisch einwandfrei! Selten hat uns ein Essen so gut geschmeckt – und einen grandiosen Blick über die Berge gab es noch gratis dazu:

Mittag mit Ausblick

Wie du nach Nong Kiau kommst und was bei der Wanderung zu beachten ist, liest du auf Janas und Christians Blog A Tasty Hike, wo aktuell weitere Lieblingswanderungen vorgestellt werden.

 

 

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