Warum ich so reise, wie ich reise

Jeder reist anders. (Foto: Jochen Hafner)

Mehrmals in der Woche erzähle ich dir auf Ferngeweht von meinen Reisen: wohin ich reise, wie ich reise, was ich vor Ort mache. Wie du wahrscheinlich schon gemerkt hast, habe ich dabei meinen ganz eigenen Reisestil:

Reiseplanung

Ich habe es schon oft betont: Ich plane alle meine Reisen selbst. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal in einem Reisebüro gewesen bin. Ja, es ist mehr Arbeit, alles selber im Voraus und vor Ort zu organisieren, aber dafür habe ich es auch allein in der Hand, an welchen Stationen ich wie lange bleiben will und wann ich meine, weiterreisen zu müssen. Außerdem macht es mir einfach super viel Spaß, mich intensiv mit einem Land zu beschäftigen und zu überlegen, was ich sehen, welche Route ich reisen und was ich erleben will.

Je nach Ziel plane ich im Voraus nichts außer dem Flug und die erste Unterkunft – das ist vor allem in Südostasien und Südamerika in der Regel kein Problem. In anderen Ländern wie Namibia, Island oder auch den USA war es ratsam, vorab Unterkünfte zu buchen, weil zu unserer Reisezeit Hochsaison ist. In Nationalparks und an anderen beliebten Orten ist es dann voll, sodass eine Hotelbuchung vorab sehr zeit- und nervensparend sein kann.

Unterkünfte

Meist übernachte ich in kleinen Hotels, Pensionen oder Hostels – allerdings immer im eigenen Zimmer. Die Zeiten, die ich in einem Schlafsaal genächtigt habe, sind vorbei. Bei den Übernachtungen wähle ich mittlerweile auch meist eine Kategorie besser aus: Sauber muss es sein, möglichst ruhig, und ein eigenes Bad sollte es geben.

In großen Hotels hingegen fühle ich mich unwohl. Ich mag mich nicht zum Essen extra schick machen müssen, und ich brauche auch niemanden, der mir täglich das Bett aufschüttelt. Da wähle ich lieber kleine, unkomplizierte Unterkünfte, bei denen man oft auch direkt mit den Besitzern in Kontakt kommt. Wenn es Frühstück gibt, ist das fein – wenn nicht, auch kein Beinbruch, dann suche ich mir ein Café an der Straße. Und nein, WLAN brauche ich auch nicht, weil ich immer noch ohne Handy unterwegs bin.

Camping und Wohnmobil ist übrigens so gar nicht meins. Ich habe nachts lieber ein festes Dach über dem Kopf.

Vor Ort unterwegs

Für kurze Strecken in der Stadt laufe ich gern zu Fuß oder nehme mir ein Taxi. Öffentliche Busse des Nahverkehrs sind auch okay – wenn ich denn irgendwie herausfinde, wann und wohin genau sie fahren. Da das meist nicht so einfach ist, greife ich meist doch auf die Ortskenntnisse von Taxifahrern zurück.

Um von einem Ort zum anderen zu kommen, nutze ich meist Überlandbusse – oder, wenn verfügbar, die Bahn. Für längere Strecken gönne ich mir auch mal einen Flug, weil ich wenig Lust auf allzulange Busfahrten habe – und schon gar nicht in der Nacht. Der Grund: Zum einen kann ich im Bus nicht schlafen, zum anderen sind Nachtfahrten in manchen Ländern nicht ganz ungefährlich. Da zahle ich lieber ein paar Euro mehr und fliege.

In manchen Ländern ist es sinnvoll, ein eigenes Auto zu mieten, weil die Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmittel schlecht ist, sobald du dich außerhalb von Städten bewegen willst. Wo es sicher ist, Auto zu fahren, und die Verkehrsregeln nicht allzu chaotisch sind, miete ich also gern auch einen Wagen.

Was ich noch nicht probiert habe: einen Fahrer zu mieten, der mich für mehrere Tage begleitet. Wäre für manche Länder sicherlich auch interessant.

Sehenswürdigkeiten

Auch wenn ich mich als Individualreisende bezeichne, heißt das nicht, dass ich um beliebte Sehenswürdigkeiten immer einen großen Bogen mache und nur auf „unbeaten tracks“ unterwegs bin. Warum auch? Es wird schon einen Grund haben, dass viele Menschen schöne Orte ansteuern, so dass diese dann entsprechend voll sind. Wenn ich meine Reise individuell plane, habe ich aber zumindest die Möglichkeit, die Sehenswürdigkeiten dann zu besuchen, wenn es vielleicht weniger trubelig dort ist, etwa am frühen Morgen oder abends. Im Gegensatz zum Reisenden, der organisiert unterwegs ist, denn der muss sich an den Fahrplan des Reiseveranstalters halten.

Neben den bekannten Reiseführer-Tipps versuche ich, auch mal rechts und links zu schauen, was eine Stadt so zu bieten hat. Manchmal finden sich da ganz schöne Entdeckungen – manchmal auch nicht. Das Erkunden macht auf jeden Fall Spaß.

Für manche Ziele, die auf eigene Faust schwer zu erreichen sind, buche ich auch mal eine organisierte Tour. Dabei achte ich aber immer darauf, dass es kleine Gruppen sind, denn Gruppenreisen sind eigentlich so gar nicht mein Ding.

Essen

Ich finde es toll, landestypisches Essen auszuprobieren, am liebsten in kleinen Restaurants. Wenn es Vertrauen erweckend aussieht, probiere ich gern auch mal Essen vom Straßenstand oder in ganz einfachen Restaurants, in denen auch die Einheimischen essen. Aber nicht um jeden Preis, denn ich möchte lieber keine schwere Magenverstimmung riskieren.

Luxus-Restaurants, schicke Bars oder auch Diskotheken brauche ich im Urlaub nicht – da gehe ich zu Hause auch nicht hin. In solchen Einrichtungen fühle ich mich eher deplatziert – außerdem hätte ich auf Reisen mit leichtem Gepäck nicht mal die richtige Kleidung für solche Etablissements dabei.

Und welcher Reisetyp bist du?

Wie sieht es bei dir aus: Reist du pauschal, in Gruppen oder auf eigene Faust? Steigst du in schicken Hotels ab, oder nimmst du ein Zelt mit? Brauchst du auf Reisen ein bisschen Luxus, oder reicht dir das Notwendigste?

Da ich nicht jeden meiner Leser persönlich kenne, weiß ich nicht, wie du reist. Ob du bei meinen Geschichten nickst und sagst: „Ja, so mache ich es auch.“ Oder ob du den Kopf schüttelst und ausrufst: „Niemals könnte ich so reisen!“. Oder ob du insgeheim denkst: „Ich reise seit Jahren gleich – aber vielleicht sollte ich doch mal überlegen, es anders zu versuchen?“ Eigentlich ist es auch völlig egal. Denn letztlich muss jeder seinen eigenen Reisestil finden. Und wie deiner aussieht, das weißt du am allerbesten!

Dies ist ein Beitrag für die Blogparade „Reisetypen“ von Flocblog, bei der schon andere zu dem gleichen Fazit gekommen sind wie ich: Schubladendenken ist doof, jeder sollte auf seine Weise beim Reisen glücklich werden. Schau doch mal vorbei, wenn du magst, bei:

Finding Hummingbirds | 7 Kontinente

Und dann verrätst du mir hoffentlich: Wie ist deine Art zu reisen? Vielleicht lerne ich meine Leser dann endlich mal besser kennen …

 

 

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7 Kommentare

  • Daniel sagt:

    Sehenswürdigkeiten heißen nicht umsonst so 😉 Manchmal kann auch der Individualtourist von anderen lernen. Es müssen ja auch nicht immer die 1A-Sehenswürdigkeiten sein. In meinem Fall also nicht der Kruger Nationalpark, sondern eine Alternative. Möchte ich Zebras sehen bietet sich beispielsweise der „Mountain-Zebra-NP“ an. Elefanten können im Addo-Elefanten-Nationalpark bewundert werden.

    Aber was haben die 1A-Sehenswürdigkeiten gemeinsam? Die Erkundung geht in kürzester Zeit. Hat man also nur wenig Zeit zur Verfügung, dann kann dies sinnvoll sein. Hat man mehr Zeit, dann sollte man sich diese nehmen. Dann wird es zur eigenen Reise und nicht zur Adaption eines Veranstalters.

    Weitere Ein- und Ansichten von mir sind in meinem Beitrag zu entdecken: http://www.madiba.de/blog/blogparade-reise-typen-deine-reise-ist-nicht-meine-reise/

    Freue mich über deinen Besuch!

    Ach und manchmal ist eine Gruppenreise ja auch ein idealer Ausgangspunkt für einen weiteren Besuch des Landes, der Stadt. als Individualtourist.

    LG Daniel

    • Sabine sagt:

      Auch wenn er zu den Top-Sehenswürdigkeiten zählt: Den Krüger-Park schaue ich mir demnächst auch an 🙂 Aber zu Gruppenreisen lasse ich mich trotzdem nicht bekehren, tut mir leid 😉

      • Daniel sagt:

        Lohnt sich auf jeden Fall! Ist sehenswert und macht Lust auf mehr!

        Solltest du Fragen haben, dann schreib mir gern eine E-Mail!

        Freue mich auch, wenn du über deine Erlebnisse im Park berichtest.

        LG Daniel

  • Hallo Sabine
    Vielen, vielen Dank für die Erwähnung in deinem Beitrag! Hat mich echt gefreut!
    Finde deine Aussage über die Sehenswürdigkeiten und deren Daseinsberechtigung absolut berechtigt! Mit dem Trend „Ich bin so individuell, ich sehe mir keine Sehenswürdigkeiten an.“ kann ich nichts anfangen. Wenn ich Lust darauf habe, dann sehe ich sie mir auch an.
    Viel Spass weiterhin!
    Grüsse, Igor

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