Kommunikations-Schwierigkeiten auf Reisen

Straßenschild Peru

Nico und Ina vom Blog Mit Kind im Rucksack fragen nach den verrücktesten Erlebnissen auf Reisen. Dafür krame ich doch noch mal diesen Beitrag raus, den ich schon vor einer Weile geschrieben habe.

Verrückte Erlebnisse? Oh ja, da gab es einige. Meistens warenes  mangelnde Sprachkenntnisse (meine oder die meines Gegenübers), die mich ungewollt in komische Situationen führten. Hier meine besten kommunikativen Skurrilitäten auf Reisen:

Wo soll’s hingehen?

Ich war schon ein paarmal in Bangkok gewesen und wollte auch dieses Mal im Stadtviertel Thewet übernachten, das ich schon von vorherigen Reisen kannte. Am Flughafen ging ich also zum Taxistand und sagte dem Fahrer, er möge mich bitte nach „thäiweee“ fahren (so spricht man Thewet nämlich aus). Er sah mich fragend an und zuckte nur mit den Schultern. Ich versuchte es noch mal mit verschiedenen Aussprachen: the-iwee, theeeweeee, täwä – keine Reaktion seitens des Taxifahrers. Mittlerweile hatten sich zehn seiner Kollegen um ihn gescharrt, die lebhaft darüber diskutierten, wo ich denn wohl hinwolle. Nach zehn Minuten sagte einer von ihnen: „Aaaah, thäiweee!“ und alle nickten. Ich brach fast zusammen – was hatte ich denn die ganze Zeit gesagt???

Merke: Es kommt vor allem in Asien auf die genaue Aussprache an! 

Tempel in Thewet

Thewet oder nicht Thewet?

Haltet den Wäschedieb!

Nach zwei Wochen in Costa Rica wurde es mal wieder Zeit, unsere Wäsche waschen zu lassen. Also packte ich meine Schmutzwäsche in einen Beutel, ging damit zur Rezeption meines Hostels und fragte die nette Dame am Empfang, ob sie meine Klamotten waschen könne. Sie schaute mich an, als wollte sie gleich die Polizei rufen, nahm dann aber doch zögerlich den Wäschebeutel entgegen. Auf dem Rückweg zum Zimmer fiel mir dann auf, warum sie mich so seltsam angeschaut hatte: Ich habe statt des spanischen Wortes „ropa“ (Kleidung) das italienische Wort „roba“ benutzt. In Spanisch heißt „robar“ jedoch stehlen. Ich habe die Dame also sinngemäß gefragt, ob sie mein Diebesgut waschen könne …

Merke: Was ähnlich klingt, kann in verschiedenen Sprachen eine komplett andere Bedeutung haben!

Wäsche auf der Leine

Legale Wäsche?

Lachend über die Stromschnellen

In Thailand hatte ich eine Drei-Tages-Tour zur Grenze Myanmars gebucht. Wir fuhren mit dem Boot über den See, übernachteten in schwimmenden Bungalows und stiegen schließlich in den Todeszug nach Kanchanaburi. An zweiten Tag hatte unsere nette thailändische Führerin eine Überraschung für uns: „Have you ever been laughing?“, fragte sie uns. Wir fünf Europäer schauten uns verdutzt an – was meinte sie bloß? Klar hatten wir schon mal gelacht … Sie wiederholte ihre Frage noch ein paarmal, bis wir vor unserem Bambusfloß am reißenden Fluss standen und endlich wussten, was sie uns sagen wollte: „Have you ever been rafting?“ Dumm halt, dass viele Asiaten Schwierigkeiten mit der Aussprache des R haben …

Merke: Nicht jeder, der Englisch spricht, ist auch auf Anhieb gut zu verstehen!

Bambusfloßin Thailand

Des Rätsels Lösung …

Mit Händen und Füßen

In Vietnam landeten wir in dem kleinen Ort Hoa Binh, in dem offenbar nicht eine einzige Person Englisch sprach. Wir waren dorthin gefahren, weil es laut unserem Reiseführer in der Nähe einen Nationalpark gab, den wir besuchen wollten. Wir fanden einen kleinen Laden mit einem großen Schild über der Tür: „Taxi“. Perfekt, dachten wir, und gingen hinein. An der Wand hing eine Straßenkarte der Region, und wir machten den beiden Herren in dem Laden in Zeichensprache klar, dass wir mit dem Taxi (Lenkbewegungen) von hier (Zeigen auf die Karte) nach dort (Zeigen auf die Karte) wollten – und fragten, was das kosten solle (Aneinanderreiben von Daumen und Zeigefinger – internationales Zeichen für Geld). Weder die beiden Herren noch später Hinzugekommene hatten irgendeinen blassen Schimmer, was wir vorhatten. Nach einer Viertelstunde meinte einer von ihnen schließlich lapidar: „No taxi.“

Merke: In manchen Gegenden der Welt hilft nicht mal mehr Zeichensprache!

Taxi Tuktuk

Nicht überall, wo Taxi draufsteht, ist auch Taxi drin …

Hattest du auch schon mal verrückte Erlebnisse auf Reisen? Wie bist du am Ende aus den Situationen rausgekommen? Ich freue mich auf weitere Geschichten im Kommentarfeld!

Veröffentlicht am: 5. Mai 2018

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