Ich wünsche mir auf Reisen …

Reisen ist toll, keine Frage! Und doch gibt es ein paar Aspekte, die das Reisen beschwerlich oder unbequem machen oder sogar zum Ärgernis werden können. Was wünsche ich mir also am meisten auf Reisen (abgesehen von gutem Wetter und netten Begegnungen)?

Schlaf

Ich beneide alle Leute, die sich in der Flieger setzen und schon eingeschlafen sind, bevor die Maschine überhaupt abhebt! Ich kann im Flugzeug nicht schlafen. Egal, wie spät es ist und wie bequem die Sessel sind (was ja ohnehin selten der Fall ist). Kaum bin ich eingenickt, werde ich schon wieder wach – weil mein Nacken schmerzt (nein, Nackenhörnchen bringen nichts!), irgendein Geräusch mich stört, der Sitznachbar aufsteht, das Essen kommt, oder, oder, oder … Das Ergebnis: Ich bin nach jedem Langstreckenflug gerädert.

Vor allem Nachtflüge sind der Horror für mich. Ich erinnere mich ungern an den 11-Stunden-Nachtflug nach Namibia, nach dem wir völlig übernächtigt auch noch fünf Stunden mit dem Auto zur ersten Unterkunft fahren mussten …

Später kommt hinzu: Selten ist es im Ausland so ruhig wie zu Hause. Da schreit im Morgengrauen der Hahn, der Muezzin ruft von der Moschee zum Gebet, Motorräder knattern am Hotelfenster vorbei, die Zimmernachbarn wollen den ersten Bus am frühen Morgen erreichen. Ohrenstöpsel helfen nur bedingt. Daher sind die Nächte im Urlaub für mich meist kurz.

Daher mein Wunsch Nummer 1 an die gute Reisefee: die Fähigkeit, in jeder Situation einfach schlafen zu können.

Ein gutes Bett

Ich kann nicht nur im Flieger nicht schlafen – auch sonst habe ich im Urlaub meine Probleme mit dem guten Schlaf. Egal in welcher Preisklasse ich übernachte: Selten sind die Hotelbetten so gut, dass für mich eine erholsame Nachtruhe möglich ist. Ich bin da offenbar ein Gewohnheitstier: Nach zwei bis drei Nächten habe ich mich meist an das zu harte oder zu weiche Bett gewöhnt. Was aber leider nicht hilft, wenn man jede Nacht wieder woanders schläft …

Wunsch Nummer 2: Manchmal wünsche ich mir auf Reisen, einfach in meinem eigenen Bett liegen und richtig gut schlafen zu können. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin und mich nicht beim Gepäck limitieren muss, nehme ich wenigstens mein eigenes Kopfkissen mit. Das tröstet über so manchen harten Lattenrost hinweg.

Körnerbrot und Käse

Mal ganz ehrlich: Nach spätestens zwei Wochen kann ich das labbrige Weißbrot, das es in den meisten Ländern gibt, nicht mehr sehen. Selbst nach fünf Scheiben ist man davon nicht satt – stattdessen liegt es klumpig im Magen. Positiv überrascht wurde ich in Laos: Als ehemalige französische Kolonie können die Bäcker dort Baguettes backen, die tatsächlich nach was schmecken.

Das gleiche Problem mit Käse: Keine Chance, in Südostasien oder Lateinamerika ein Stück guten Käse zu bekommen. Stattdessen gibt es offenbar überall auf der Welt „Die lachende Kuh“ – ein fader Schmelzkäse mit dem Namen „La Vaca Que Rie“. Wenn die Sehnsucht nach vernünftigen Milchprodukten zu groß wird, hilft nur ein Besuch im 7-Eleven, einer asiatischen Supermarktkette, die auch Joghurt im Angebot hat.

So lecker das Essen im Ausland oft ist – Wunsch Nummer 3 lautet trotzdem: hin und wieder ein Körnerbrot mit aromatischem Käse wäre schon fein. Auf sonstiges deutsches Essen kann ich gut auch für längere Zeit verzichten.

Mückenfreie Zonen

Wer wie ich vor allem in tropischen Ländern unterwegs ist, weiß ein Lied davon zu singen: Mücken und Fliegen können echt zu einer Plage werden. Vor allem, wenn ich weiß, dass eine Mücke potenziell ein Malariaüberträger sein kann, sitze ich abends nicht mehr so ganz entspannt an der Bar und schlürfe meinen Coacktail. Keine Ahnung, wie es andere schaffen, in der Dämmerung  mit kurzen Hosen herumzulaufen, ohne gestochen zu werden. Vielleicht ist es ihnen auch einfach egal. Bei mir heißt es ab Sonnenuntergang: lange Hosen, lange Ärmel, egal, wie heiß es ist.  Mückenspray hilft auch selten – mich erwischen die Viecher immer.

So sehr ich die lauen Tropennächte zum Beispiel in Indonesien oder Costa Rica liebe: Auf die Mücken und andere Stechtiere könnte ich gut und gern verzichten. Ihre Abschaffung ist zwar unrealistisch, aber trotzdem großer Wunsch Nummer 4.

Respekt

Ich bin immer wieder erstaunt bis verärgert darüber, wie sich manche Reisende in fremden Ländern benehmen:

Sei es die kleine japanische Reisegruppe, die laut schreiend und Selfie fotografierend durch einen Tempel in Vietnam rennt.

Seien es die jungen Spanier, die in Thailand ihre nackten Füße aus dem Busfenster hängen, obwohl es als absoluter Fauxpas gilt, einem Thai die Fußsohlen entgegenzustrecken.

Sei es die italienische Familie, die es in Namibia nicht lassen kann, in einem fort die Robbe zu streicheln, obwohl der Reiseführer mehrfach darauf hingewiesen hat, dass Wildtiere nicht berührt werden sollen.

Ist es wirklich zuviel verlangt, sich vor der Reise über die wichtigsten Benimmregeln in einem Land zu informieren? Oder einfach mal den gesunden Menschenverstand einzuschalten und zu schauen, wie die Einheimischen miteinander oder mit ihrer Kultur und Natur umgehen?

Mein dringlichster und letzter Wunsch Nummer 5 lautet also: ein bisschen mehr Respekt gegenüber fremden Kulturen und Lebewesen zeigen. Das kann doch nicht so schwer sein!

 

Was wünschst du dir am meisten, wenn du auf Reisen bist? Oder bist du im Ausland immer wunschlos glücklich? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

„wünschen“ war übrigens das zweite Wort der *.txt-Aktion vom Blog Neon Wilderness. Bin gespannt auf das nächste Zufallswort, zu dem sich die Teilnehmer der Aktion etwas einfallen lassen sollen …

Du willst noch mehr Ferngeweht?

Newsletter abonnieren & E-Book "49 Gedanken zum Fernweh" kostenlos herunterladen

Du kannst den Newsletter jederzeit wieder abbestellen.

14 Kommentare

  • Tja der Urlaub in einem Dolomiten Hotel wär bestimmt in einigen Punkten angenehmer aber denk doch mal an die schönen und außergewöhnlichen Erfahrungen, die du erleben darfst. All die Menschen und Gepflogenheiten die du kennen lernen darfst. Ich beneide dich 🙂 Liebe Grüße Sabine

    • Es gab auch schon einige gute Hotels, in denen ich schlecht geschlafen habe – meine Schlafqualität bemisst sich nicht an der Anzahl der Hotel-Sterne 😉

    • Obwohl gegen ein schönes Wellnesshotel Österreich auch nichts einzuwenden ist. 😛 Aber Hut ab vor deiner Reise. Verfolge diesen Blog sehr gerne. Gruß Nina.

      • Erst die Dolomiten, dann Österreich – gibt es noch mehr Hotels, die ihre Links hier platzieren wollen? 😉 Leider sind das alles keine Hotels, in denen ich normalerweise verkehre …

  • also, mit den Betten habe ich ja seltenst ein Problem. Auf Reisen bin ich so übersättigt von Eindrücken, dass ich immer und überall schlafe, weil ich einfach hundemüde bin. Was mir die Lust verderben kann ist, wenn es laut ist. Deshalb schlafe ich nicht gerne in Dorms – zu viele Leute, die Lärm machen 😉

    Die Sache mit dem Respekt kann ich gut nachvollziehen. *seufz* Die halbnackten Mädels, die sich fragen, warum die Marokkaner sich anmachen, oder die ach so weit gereisten deutschen Touris, die in der Moschee erst mal mit Schuhen über die Teppiche trampeln. jaja… Ich frage mich allerdings manchma, wie oft ich wohl unwissend einen Fauxpas begehe. :-O

    • Beneidenswert, dass du überall schlafen kannst! Und gegen Lautstärke (vor allem Schnarchen) bin ich besonders allergisch. Das mit dem Unwissen geht mir sicherlich auch manchmal so. Aber wenn überall (wie z. B. In Laos gesehen) große Schilder mit Verhaltensregeln stehen, verstehe ich nicht, wie man das ignorieren kann.

      • noch schlimmer als Schnarcher (obwohl ich die schon furchtbar finde), sind rücksichtslose Partyheimkehrer, die dann um 3 Uhr früh erst mal das Licht anmachen und sich lautstark unterhalten. Nachdem sie eingeschlafen sind und man selber wach liegt, schnarchen sie ja für gewöhnlich auch noch 😉

        Ja, bei manchen Leuten hab ich das Gefühl, dass sie die Regeln anderer Länder gar nicht interessieren. Oft sind das die, bei denen eine gewisse Kulturarroganz vorherrscht: Wer her kommt, möge sich bitte anpassen. Aber sich selbst anpassen? Man lässt sich doch nicht unterdrücken!

  • Viele deiner Wünsche kann ich nachvollziehen. Vor allem mit Weißbrot im Ausland hab ich so meine Probleme. Das mit dem Schlafen hab ich dank meiner Unizeit perfektioniert. Ich kann überall und immer schlafen wo ich will, auch wenn ich danach Rückenschmerzen habe =D. In Sankt Jakob im Defereggental konnte ich leider Wunsch Nummer 4 mit ein paar extrem unhöflichen und lauten Touristen erleben, wobei es sich um einen kleinen alten Ort in einem Wellnessgebiet handelt. Das war wirklich der Innenbegriff von Fremdschämen…Jede Reise bietet so seine ganz individuellen Erlebnisse 😛

    • Du hast an der Uni das Schlafen gelernt? Auch interessant … 😉 Ja, Fremdschämen ist echt so ein Thema. Wobei ich mich mittlerweile nicht mehr nur schäme, sondern auch mal kommentiere, wenn Leute sich allzu sehr danebenbenehmen.

  • Hallo Sabine,
    ich bin bei allen wünschen total bei Dir!
    Obwohl ich zum Körnerbrot lieber Salami möchte.
    Besonders den Punkt Respekt finde ich sehr wichtig! Ich staune immer wieder wie respektlos sich Touristen teilweise benehmen und schäme mich nicht selten für deren Verhalten.
    Mein extra Wunsch ist, dass die frisch gewaschene Wäsche auch mal richtig schön frisch gewaschen riecht…wie zu Hause eben 😉
    Viele Grüße
    Steffi

    • Frische Wäsche ist auch fein! Aber ich freue mich wie ein Schneekönig, wenn ich nach drei Wochen in den Ecken des Rucksacks unerwartet noch ein komplett ungetrages T-Shirt finde 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.