Laos: Ausflug zum Bolaven-Plateau

Wer im Süden von Laos unterwegs ist und dabei durch die Stadt Pakse kommt, kann die Gelegenheit nutzen, sich das Bolaven-Plateau anzuschauen, ein fruchtbares Hochland auf circa 1200 Meter. Viele machen die Rundtour in zwei bis drei Tagen auf eigene Faust mit einem gemieteten Motorrad.

Leider habe ich nie gelernt, Motorroller oder Motorrad zu fahren. Daher musste ich für die Tour über das Bolaven-Plateau auf eine organisierte Fahrt zurückgreifen. Wir haben uns für die schnelle Tour von einem Tag entschieden – und zwar für die günstige Variante ohne englischsprachigen Guide. Die Tagestour kostete seinerzeit nur 150.000 Kip (ca. 15 Euro). Wir hatten das Glück, dass unser Fahrer doch ein wenig Englisch sprach und uns das eine oder andere erklären konnte.

Das haben wir auf unserer Tour über das Bolaven-Plateau gesehen:

Stopp 1: Wasserfall Tad Fan

Mit einem klapprigen Minibus fuhren wir mit einer Gruppe von zehn Mitreisenden von Pakse aus zunächst zum Zwillingswasserfall Tad Fan. Recht malerisch stürzen hier direkt zwei Wasserfälle in die Tiefe. In der Nähe des Tad Fan gibt es noch weitere Wasserfälle: den Tad E-Tu, den Tham Champee und den Tad Yeuang. Hier haben wir allerdings keinen Halt gemacht – mit dem eigenen Fahrzeug ist dies aber natürlich problemlos möglich.

Stopp 2: Kaffee- und Teeplantage

Nächster Halt war eine Kaffee- und Teeplantage – laut Schild eines Fairtrade-Unternehmens. Unser Fahrer führte uns über das Gelände und zeigte uns die Kaffee- und Teepflanzen sowie die handwerkliche Produktion. Ein kleiner Shop, wo wir die Erzeugnisse kaufen konnten, durfte natürlich nicht fehlen. Für umgerechnet einen Euro gab es auch leckeren Espresso oder grünen Tee zu probieren.

Stopp 3: Bergdorf

In einem ärmlichen Dorf, dessen Namen ich leider nicht mehr weiß, wurden wir in das Gemeindehaus gebeten. Hier erklärte uns einer der Dorfbewohner das Leben im Dorf, was die Masken an den Wänden des Gemeindehauses bedeuten und wann dort die großen Trommeln geschlagen werden. Anschließend hatten wir etwas Zeit, uns um Dorf umzuschauen. Neugierig begleiteten uns dabei ein paar Kinder. Wir entfernten uns ein Stück von unserer Reisegruppe und unterhielten die Kinder mit unseren Kameras. Als wir ihnen die Bilder zeigten, die wir von ihnen gemacht hatten, wurden sie immer zutraulicher und mutiger gegenüber uns Langnasen.

Stopp 4: Wasserfall Tad Lo

Zur Mittagspause hielten wir im Dorf Tad Lo. Nach einem faden Mittagessen in einem Restaurant, dessen Bedienung mehr als langsam war, erkundeten wir die Gegend. Im Dorf gibt es drei Wasserfälle: den Tad Suong, den Tad Lo und den Tad Hang. Am Tad Hang hätten wir schwimmen gehen können. Ich fand jedoch den wilden Tad Lo viel imposanter. Da unser Fahrer nach den verabredeten zwei Stunden Mittagspause erst mit viel Verspätung auftauchte, widmeten wir uns ausgiebig dem Fotografieren der Schmetterlinge und Libellen an den Blumen und Blüten am Eingang des Dorfes.

Stopp 5: Weberdorf

Das Weberdorf Houay Houn war weit weniger ärmlich als der Ort, den wir am Morgen besucht hatten. Der Grund: Die Bewohner hatten es durch den Anbau von Erdnüssen und der Produktion von Webereiartikeln zu einem gewissen Wohlstand gebracht. Bei einem Gang durch das Dorf entdeckten wir unter anderem Särge unter den Stelzenhäusern. Denn beim Volk der Alak ist es Usus, dass sie ihre Särge schon zu Lebzeiten anfertigen und bis zum Tag X unter ihrem Haus lagern. Eine etwas gruselige Vorstellung …

Stopp 6: Wasserfall Tad Pha Suam und Dorf

Der letzte Halt des Tages war ein weiterer Wasserfall. Hufeisenförmig rauscht hier das Wasser über die Felsen. Der Weg zum Tad Pha Suam verläuft über hübsche Hängebrücken. Direkt neben dem Wasserfall befindet sich das Dorf einer ethnischen Minderheit, die den Besuchern ihre Lebensweise näherbringen wollen. Ein paar ältere Damen in traditioneller Tracht posieren für Fotos, mehrere Häuser in unterschiedlichen Baustilen sind zu sehen.

Lohnt sich der Bus-Ausflug über das Bolaven-Plateau?

Abwechslungsreich ist die Fahrt allemal. Aber wie es mit Gruppentouren eben meist ist: Der Bus hält nur an absolut touristischen Zielen. Zeit für das eigene Entdecken bleibt wenig auf solch einer Fahrt. Sollte ich noch einmal in die Gegend kommen, würde ich mir wahrscheinlich einen einheimischen Fahrer nehmen und eine individuelle Tour mit ihm vereinbaren. Das kostet mit Sicherheit mehr als 15 Euro. Aber es gibt noch mehr auf dem Bolaven-Plateau zu sehen, sodass dies sicher gut angelegtes Geld wäre.

Was waren deine besten oder schlimmsten organisierten Ausflüge? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

 

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4 Kommentare

  • Liebe Sabine,

    ich liebe Wasserfälle und diese Region ist ja tatsächlich unglaublich reich an den unterschiedlichsten Fällen. Danke für die tollen Eindrücke. Sollte ich einmal nach Laos kommen, so wird diese Gehend auf jeden Fall mit eingeplant.

    Liebe Grüße,
    Tanja

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