Lohnt sich der Burgers Zoo bei Regen?

Ein Kaiman dreht seine Runden im Bush.

An einem verlängerten Wochenende sind wir in die Niederlande gefahren, um einen Tag im Burgers Zoo in Arnheim zu verbringen. Für einen Tagesausflug war es uns von Köln aus zu weit, daher haben wir uns vor und nach unserem Zoobesuch zwei Nächte in Arnheim gegönnt. Nach fast sieben Stunden im Zoo war ich auch froh darum, danach nicht mehr lange im Auto sitzen zu müssen.

Einer der vielen Vögel, die wir im „Bush“ entdeckt haben.
Zoo oder nicht Zoo?
Wenn es um das Thema Zoo geht, bin ich immer etwas hin- und hergerissen. Einerseits weiß ich es zu schätzen, dass Zoos zum Beispiel durch Zuchtprogramme und Forschungen viel zur Artenerhaltung und zum Wissen über (bedrohte) Tierarten beitragen. Andererseits finde ich es natürlich nicht so schön, viele Tiere, denen ich schon auf meinen Reisen in freier Natur begegnet bin, nun auf einem für sie sehr beengten Raum zu sehen. Allerdings haben viele Menschen nicht die Möglichkeit, exotische Tiere in natura zu erleben – und da bietet ein Zoo eine gute Gelegenheit, etwas über diese Tiere zu lernen und damit hoffentlich das Umweltbewusstsein zu wecken. Wenn ich also einen Zoo besuche, dann muss es schon einer sein, der die Tiere möglichst artgerecht hält und sich für die Umwelt engagiert. Vom Burgers Zoo habe ich in dieser Hinsicht nur Gutes gelesen.
Am Zoo-Eingang empfangen uns die Schwarzfußpinguine.

Nach einem Blick auf die Übersichtskarte scheint der Burgers Zoo riesig zu sein. Ist er aber eigentlich gar nicht. Das gesamte Gelände umfasst 45 Hektar, aber der eigentliche Zoo ist nur 18 Hektar groß, von denen auch noch ein großer Teil ein weitläufiger Safaripark ist, den man nur von einem Rundweg aus betrachten, aber nicht betreten kann. Rund 3000 Tiere sind im Burgers Zoo zu sehen. Zum Vergleich: Im Kölner Zoo leben auf 20 Hektar etwa 10.000 Tiere.

Unter Tage befinden sich Reptilien wie dieser Grüne Baumpython.

Themenwelten im Burgers Zoo

Das Gute am Burgers Zoo: Auch bei Regen lohnt sich ein Besuch, weil rund die Hälfte des Parks überdacht ist. Die Themenwelten Desert (mexikanisch-amerikanische Wüste), Bush (Regenwald), Ocean (indopazifisches Korallenriff) und Mangrove (Mangrovenlandschaft in Belize) sind in Häusern untergebracht. In den Themenwelten Safari (Savanne) und Rimba (malaiischer Regenwald) leben die Tiere unter freiem Himmel. Da es bei unserem Besuch im März fast den ganzen Tag geregnet hat, waren auch die Affen und die Vögel in ihren Häusern statt in den Außengehegen. Viel mussten wir uns also nicht draußen aufhalten.

Das Wallaby hat im Regen offensichtlich schlechte Laune.

Am besten hat mir das Themenhaus Bush gefallen. Denn hier konnten wir im dichten Wald selber auf die Suche nach Tieren gehen – also fast wie in der freien Natur. Wir haben in den Bäumen eine ganze Reihe von Vögeln entdeckt, und beim genauen Hinsehen haben wir sogar ein paar Echsen hinter Blättern und auf kleinen Ästen gefunden.

Ungeplant kam uns eine Eidechse vor die Linse.

Die Seekühe im Haus Mangrove fand ich ebenfalls beeindruckend – die habe ich in natura bislang noch nicht gesehen. Schön war hier, dass wir sie durch eine Glasscheibe unter Wasser betrachten konnten. Im Gegensatz zu anderen Zoos haben die Arnheimer die Algenbildung im Wasser offenbar im Griff: Wir hatten klare Sicht auf die imposanten Tiere.

Zwei Seekühe – auch Manatees genannt – im Becken.

Und apropos Glasscheibe: Im Haus Ocean gibt es neben den Becken mit den bunten tropischen Fischen ein Riesen-Aquarium mit Haien und ein weiteres, in dem zahlreiche Rochen den Besuchern über die Köpfe hinwegschwimmen – ein Gefühl wie beim Tauchen.

Tiermix in der Safari-Landschaft

Zum Schluss haben wir noch eine schnelle Runde durch den Safaripark gedreht. Auf einem großen Gelände leben dort verschiedene Tiere – Giraffen, Nashörner, Gnus, Zebras, Wasserböcke und Kudus – zusammen. Auch das ist eine Seltenheit in Zoos, in denen die Tierarten meist getrennt in Gehegen gehalten werden. Damit die Besucher auch die weiter entfernten Tiere sehen können, wurde ein hölzerner überdachter Steg am Rand des Geländes gebaut. Auf der anderen Seite des Steges leben die Löwen und die Geparden. Diese auf Wiese und unter europäischen Laubbäumen zu sehen, fand ich nach unserer Safari im Krügerpark in Südafrika etwas skurril.

Die Löwin beobachtet das fressende Männchen.

Burgers Zoo bei Regen zu empfehlen?

Was mir am Burgers Zoo nicht gefallen hat: Es gibt keinen Rundweg, auf dem man alles sieht. Bei den ganzen Abzweigen und Nebenwegen hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, die Hälfte verpasst zu haben. Außerdem war es an den Außengehegen, in denen sich trotz des Regens noch einige Tiere aufhielten, schwierig zu fotografieren, weil wegen fehlender Überdachung die Kamera komplett nass wurde.

Einer von mehreren Sumatra-Tigern im Burgers Zoo.

Nach fast sieben Stunden ohne große Pausen haben wir am Ende dann wohl doch einen Großteil der Tiere im Zoo gesehen. Mein Fazit: Es ist okay, bei Regen in diesen Zoo zu gehen – entspannter und schöner wäre es aber im Trockenen gewesen, auch weil dann wahrscheinlich mehr Tiere in den Außengehegen gewesen wären. So wirkten diese größtenteils verwaist. Insgesamt kann ich einen Besuch im Burgers Zoo empfehlen. Wenn du die Chance hast, exotische Tiere in freier Wildbahn zu sehen, ist das natürlich noch viel besser!

Warst du schon mal im Burgers Zoo in Arnheim? Welcher ist dein Lieblingszoo? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

 

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